Aktualisierungen und Nachträge

Das Buch hat den Stand vom 15.10.2017, dank der Unterstützung durch den Verlag C.H.BECK teil­wei­se sogar den vom 4.12.2017.

Hier finden Siesoweit erforderlich und möglich werktäglich Aktua­lisie­run­gen und Nach­trä­ge, aber auch die Erörterung neuer Fragen. Daneben werden gegenwärtig alle In­ter­net­adres­sen überprüft, was angesichts zahlreicher Veränderungen außerordentlich zeit­aufwändig ist.

Letztes Update: 15.8.2019

Abkürzungsverzeichnis
AuA → Arbeit und Arbeitsrecht (1945 ff.)
GVRZ → Zeitschrift für das gesamte Verfahrensrecht (2018 ff.)
RsprEinhG → Gesetz zur Wahrung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung der obersten Gerichtshöfe des Bundes
StGH → Staatsgerichtshof
ZfBR → Zeitschrift für deutsches und internationales Bau- und Vergaberecht (1978 ff.)

Literaturverzeichnis
Brückner/Guhling/Menges, Die Nichtzulassungsbeschwerde in Zivilsachen – eine Dauer­bau­stelle?, DRiZ 2017, 200 ff.
Deckenbrock, Die Haftung des Anwalts für gerichtliche Fehler, NJW 2018, 1636 ff.
Dölling, Gutachten aus anderen Verfahren im Zivilprozess, NJW 2018, 2092 ff.
Fölsch, Mehr Spezialisierung in der Ziviljustiz, DRiZ 2017, 166 ff.
Gehrlein, Keine Berücksichtigung erstinstanzlicher unerledigter Beweisanträge ohne ent­spre­chende Berufungsrüge, MDR 2018, 443 ff. (zit. Gehrlein, Berufungsrüge)
Gärditz, Richterliche Hinweise und Befangenheit, jM 2018, 30 ff.
Greger, Die Partei als Erkenntnis- und Beweismittel im Zivilprozess, MDR 2014, 313 ff. (zit. Greger, Die Partei)
Harbst, Wie Sie mit Ihrem anwaltlichen Schriftsatz über­zeu­gen, JA 2018, 129 ff.
Köbler, Strukturierter Parteivortrag – das geht doch sowieso nicht, DRiZ 2018, 88 ff.
Kranenpohl, Hinter dem Schleier des Beratungsgeheimnisses: : Der Willensbildungs- und Entscheidungsprozess des Bundesverfassungsgerichts, Wiesbaden 2010.
Kuchinke, Freiheit und Bindung des Zivilrichters in der Sachaufklärung, in: Esser/Kuchinke (Hrsg.), Frei­heit und Bindung des Zivil­richters in der Sach­auf­klä­rung, Frankfurt a. M. 1966, S. 15 ff.
Kurpat, Herausforderungen an den Zivilrichter in der mündlichen Verhandlung, DRiZ 2017, 170 ff.
Langenbeck, Ueber das Wesen der Notorietät und ihre Bedeutung im Civilprozesse, ZZP 4 (1882), 470 ff.
Laumen, Beweisrecht: Parteianhörung als Beweismittel im Zivilprozess, MDR 2018, 15 ff.
Paulsen, Das Kammerprinzip stärken!, DRiZ 2017, 313 ff.
Schwenker, Fehlende Akteneinsicht und Berufungsbegründungsfrist, ZfBR 2019, 227 ff.
Stein, Das private Wissen des Richters, Leipzig 1893.
Strack, Die Übergehung eines Beweisantritts als Revisionsgrund im Zivilprozeß, SJZ 1949, Sp. 830 ff.
Waclawik, Aufruhr im Auenland: Was wird aus der Nichtzulassungsbeschwerde?, NJW 2016, 1639 ff.
Wesche, Zivilverfahren sinnvoll führen, DRiZ 2016, 102 ff.
Windau, Das googelnde Gericht – Ist der Beibringungsgrundsatz noch zeitgemäß?, NJOZ 2018, 761 ff.
Wörner, Das Verbot der vorweggenommenen Beweiswürdigung – eine Regel ohne Aus­nah­me, Diss. Heidelberg 2017.

Zu Rn. 8:
Das OLG Nürnberg hat in seinem Beschl. v. 25.4.2018 – 5 W 639/18 (juris Rn. 9–11 = MDR 2018, 955) die h. M. zur Zu­läs­sigkeit einer unbezifferten Teilschmerzensgeldklage und ihrer Ver­bin­dung mit einem gleichzeitig ge­stell­ten Antrag auf Feststellung der Er­satz­pflicht für künf­ti­ge immaterielle Schäden bestätigt.

Zu Rn. 9 (künftig Rn. 9a: Rechtsprechungs- und Literaturhinweise zum Anker- und Kompromisseffekt):

  • Ankereffekt: OLG Karlsruhe NJW 2011, 2143 (2145); OLG Frankfurt a. M., Beschl. v. 4.2.2017 – 8 W 48/17 (juris Rn. 29); Tversky/Kahneman, Science 185 (1974), 1124 (1128), grdl.; Guthrie/Rachlinski/Wistrich, Cornell Law Review 86 (2001), 777 (790 ff.); Geipel/Nill, Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaften als Taktik der Vergleichsverhandlung, zfs 2007, 6 (7 f.); Wagner, Heuristiken und Urteils­ver­zer­run­gen in Konfliktsituationen, ZZP 121 (2008), 5 ff.; Schweizer, Ur­tei­len zwi­schen In­tu­ition und Re­flexion, Betrifft Justiz 2010, 239 ff.; Boehme-Neßler, Prekäre Balance: Überlegungen zum heiklen Verhältnis von Richtern und Gutachtern, RW 2014, 189 (207 f.); Steinbeck/Lachenmaier, Verhaltensökonomik im Gerichtssaal, NJW 2014, 2086 ff.; Schmolke, Grenzen der Selbstbindung im Privatrecht, Tübingen 2014, S. 183, 191 f.; Koch, Haftung und Verhalten, Tübingen 2015, S. 40 ff.; Arntz, Systematische Urteilsverzerrungen im Rahmen richterlicher Ent­schei­dungs­fin­dung, JR 2017, 253 ff.; Risse, Der Homo iuridicus – ein ge­fähr­li­ches Trug­bild, NJW 2018, 2848 (2851); Effer-Uhe, in: Christandl u. a. (Hrsg.), Intra- und Inter­disziplinarität im Zivilrecht, Baden-Baden 2018, S. 71 (75); Slizyk, Beck’sche Schmer­zens­geld­tabelle 2017, 12. Aufl. München 2017, Rn. 323;
  • Kompromisseffekt: Schweizer, Urteilen zwischen Intuition und Reflexion, Betrifft Justiz 2010, 239 (241).

Zu Rn. 17 Fn. 58:
Zur Umsetzung einer etwaigen Auseinandersetzung mit einem vorprozessualen Ge­gen­stand­punkt jetzt auch Harbst (siehe oben LV), S. 131 f.

Zu Rn. 18 (künftig Rn. 18a):
Der strukturierte Parteivortrag ist seit Jahrzehnten Gegenstand von Erörterungen (vgl. schon die Kom­mission des DRB und des DAV, Vorschläge zur Verbesserung der Verfahren und Entlastung der Justiz, DRiZ 1989, 241 ff.). Einen Höhepunkt erfuhr diese Diskussion mit folgendem Beschluss des 70. Deut­schen Juristentags 2014 in Han­no­ver: Über verbindliche Regelungen ist sicherzustellen, dass die Parteien ihren Vor­trag zum tatsächlichen und rechtlichen Vorbringen strukturieren. (Beschl. Nr. 13, https://www.djt.de/fileadmin/downloads/70/djt_70_Beschluesse_141202.pdf). Diese For­de­rung hat Gai­er, Struk­turier­tes Parteivorbringen im Zivilprozess, ZRP 2015, 101 ff. näher un­ter­sucht und konkretisiert.

Auch die Frage eines elektronisch erstellten strukturierten Parteivortrags wird seit lan­gem diskutiert (vgl. etwa Schwarz, Strukturierter Parteivortrag und elektronische Ak­te, Diss. Tübingen 1992; Schnelle/Bender, Der elektronisch gestützte Zivilprozeß – Das „Neue Stuttgarter Modell“, DRiZ 1993, 97 [102]; Bender/Schwarz, Strukturierter Par­tei­vor­trag und elektronische Akte, CR 1994, 372 ff.; Hauf, Strukturelle Ver­än­de­run­gen in der Justiz des Landes Baden-Württemberg und erste Ansätze einer Effi­zienz­steigerung bei der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden, DRiZ 1995, 293 [295]; Hendel, Der mo­der­ne Zivilprozess zwischen Mensch und Maschine – elektronische Akte, sum­ma­risches Verfahren und langfristige Reform des Zivilprozesses, JurPC Web-Dok. 68/2002, Abs. 1 [15]; Ory/Weth, Schriftstücke und elektronische Dokumente im Zi­vil­pro­zess – Von der Papierform zur elektronischen Form, NJW-Beil. 2016, 96 [99 sub IV]; Weller/Köbler, Ver­fah­rens­grundsätze und Modellregeln für die grundsätzlich elek­tro­ni­sche Führung ge­richt­li­cher Erkenntnisverfahren, Baden-Baden 2016). Köbler (siehe oben LV) hat einen aktuellen und eindrucksvollen Einblick in die Möglichkeiten ge­ge­ben, die heute die EDV für einen elektronisch erstellten strukturierten Parteivortrag bietet. Mit dem elek­tro­nisch erstellten strukturierten Parteivortrag befassen sich ferner Effer-Uhe (Struk­tu­rier­ter Parteivortrag im elektronischen Zivilprozess, GVRZ 2018, 6, Rn. 1–479, Korves (For­mu­larzwänge im [digitalisierten] Prozessrecht, GVRZ 2018, 7, Rn. 1–62) und Specht (Chancen und Risiken einer digitalen Justiz für den Zivilprozess, in: MMR 2019, 153–157).

Der elektronisch erstellte strukturierte Parteivortrag wird für die Anwaltschaft nicht zuletzt im Hinblick auf die rasante Ent­wick­lung im Bereich der Legal Tech (vgl. etwa den Überblick von Doukoff, Digitalisierung im juristischen Bereich, Vortrag, ge­hal­ten am 21.4.2018 auf der 8. Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische und Tech­nische Traumabiomechanik e. V. [GMTTB] in Konstanz [https://www.traumabiomechanik-gmttb.de/tagungen/downloads-2011-2018/], um­fas­send Brei­den­bach/Glatz, Rechts­hand­buch Legal Tech, München 2018; Enders, Einsatz künstlicher Intelligenz bei juristischer Ent­schei­dungs­fin­dung, JA 2018, 721 ff. [sehr defensiv]; Solmecke/Arends-Paltzer/Schmitt, Legal Tech, Rheinwerk 2019) zu einer un­ab­weis­ba­ren Not­wendigkeit werden, wenn nicht gan­ze Ge­schäfts­fel­der für die An­walt­schaft verloren gehen sollen. Zur Einschätzung der Auswirkungen der Digitalisierung auf die anwaltliche Arbeit siehe LTO v. 10.4.2019: Digitalisierung im Anwaltsmarkt: Veränderung ja, Revolution nein (https://www.lto.de/recht/zukunft-digitales/l/studie-digitalisierung-anwaltsmarkt-foris-advoassist-legal-tech-einsatz-veraenderung/).

Zu den Literaturhinweisen:
Mummenhoff, Mietminderung: Erforderliche Darlegungen bei Behauptung eines Man­gels durch Lärm­be­lästigung, jurisPR-MietR 6/2018 Anm. 2 
Der Beleg „
Francken, Die Darlegungs- und Beweislast bei der Abgrenzung der Ar­beit­neh­mer­über­las­sung von Werk- und Dienstverträgen“ ist hinsichtlich der Fund­stel­le wie folgt zu korrigieren: NZA 2013, 985 ff.

Zu Rn. 20 Fn. 73:
Ebenso jetzt BGH NJW 2018, 2412 (Rn. 39).

Zu Rn. 21, 23, 24:
Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urt. v. 19.2.2019 (VI ZR 505/17, juris Rn. 15) seine st. Rspr. dazu, dass im Arzthaftungsprozess an die Substantiierungslast des Patienten (der Bundesgerichtshof spricht wieder von „Substantiierungspflichten“)  „nur maßvolle Anforderungen“ zu stellen seien, bestätigt.

Der Bundesgerichtshof hat in NJW 2018, 1089 (Rn. 9, 19) und in seinem Urt. v. 19.2.2019 (VI ZR 505/17, juris Rn. 16) seine st. Rspr. zur Er­klä­rungs­last und zur sog. Re­la­ti­vi­tät der Substantiierungslast (hier Bestreiten) bestätigt.

In seinem Beschl. v. 25.9.2018 – VI ZR 234/17 (BeckRS 2018, 31250 Rn. 10) sowie in NJW-RR 2018, 647 (Rn. 14) und NJW-RR 2018, 1150 (Rn. 16) bestätigt der Bun­des­ge­richts­hof seine st. Rspr., dass ein weitergehender Vortrag nicht erforderlich ist.

Eine eingehende aktuelle Darstellung der sekundären Behauptungslast (Buch Rn. 23, 4. Spiegelpunkt) bietet Laumen, Die sekundäre Behauptungslast, MDR 2019, 193–197.

Zu Rn. 25:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in seinen Beschlüssen v. 5.6.2018 – XI ZR 388/16 (juris Rn. 15) und v. 25.9.2018 – VI ZR 234/17 (BeckRS 2018, 31250 Rn. 10), dass eine Über­span­nung der Sub­stantiierungsanforderungen gegen Art. 103 Abs. 1 GG verstößt.

Zu Rn. 26:
Für das Bau- und Architektenrecht hat der Bundesgerichtshof wiederholt betont, dass es zur schlüssigen Begründung eines nach Zeitaufwand zu bemessenden Ver­gü­tungs­an­spruchs grundsätzlich nur der Darlegung, wie viele Stunden der Anspruchsteller für die Vertragsleistung aufgewendet hat, bedarf, regelmäßig dagegen nicht einer Dif­fe­ren­zie­rung dahin, welche Arbeitsstunden für welche Tätigkeiten und an welchen Tagen an­ge­fal­len sind; ebenso wenig bedarf es der Vorlage von Stundennachweisen oder son­sti­gen Belegen zum Umfang der erbrachten Tätigkeiten (BGHZ 180, 235 [Rn. 34] für die Ar­chi­tektenhonorarklage; BGH BauR 2017, 721 für die Werklohnklage des Bau­un­ter­neh­mers).

In NJW-RR 2018, 1150 (Rn. 16) hat der Bundesgerichtshof seine st. Rspr. bekräftigt, dass – entgegen der Ansicht des OLG Rostock – der Kläger nicht vortragen müsse, wann und wo genau die Umwandlung eines befristeten in einen un­be­fristetes Darlehen ver­ein­bart worden sei.

Fn. 111: Ebenso NJW-RR 2018, 647 (Rn. 15).

Zu Rn. 27:
In NJW 2018, 2412 (Rn. 39) hat der Bundesgerichtshof bestätigt, dass für einen Kla­ge­an­trag in tat­säch­li­cher Hinsicht widersprechende Begründungen gegeben werden kön­nen, wenn das Verhältnis dieser Be­grün­dungen zueinander klargestellt ist, sie also nicht als ein einheitliches Vorbringen geltend gemacht würden.

Auch im Urteil des Bundesgerichtshofs v. 4. Juli 2019 – III ZR 202/18 (juris) geht es um widersprüchliches Vorbringen im Haupt- und Hilfsvorbringen. Der Bundesgerichtshof bestätigt sein Recht­spre­chung unter Klarstellung, dass das Hilfsvorbringen einer Partei unbeachtlich ist, wenn das Gericht das Hauptvorbringen seiner Entscheidung zu Grunde legt, dieses je­doch rechtlich nicht zum angestrebten Erfolg führt.

Zu Rn. 39:
Das Kammergericht hat in seinem Hinweisbeschluss NJOZ 2018, 1882 Rn. 10 zu Recht im Fall des Verstreichenlassens einer wirksam gesetzten Frist, des Ignorierens einer Nachfrist und Unterlassens des Möglichen, um eine schnellstmögliche Einzahlung zu bewirken, die Verletzung der prozessualen Förderungspflichten angenommen, welche den Ausschluss des Beweismittels (hier Sachverständigengutachten) nach § 296 Abs. 2 ZPO rechtfertigt.

Zu Rn. 42 Fn. 173:
Ebenso jetzt BGH, Beschl. v. 3.5.2018 – III ZR 429/16 (juris Rn. 9).

Zu Rn. 79 Fn. 341:
Für die Klageerweiterung ebenso schon BGH NJW 2009, 853 und jetzt Beschl. v. 7.11.2017 – XI ZR 529/17 (juris Rn. 7).

Zu Rn. 81:
Der Bundesgerichtshof hat in NJW 2018, 1686 (m. partiell krit. Anm. Skramel a. a. O. 1689) seine Recht­sprechung bestätigt, dass ein nach § 283 Satz 1 ZPO gewährtes Schrift­satzrecht nur solches Vor­bringen ab­deckt, das sich als Erwiderung auf den ver­spä­te­ten Vortrag des Gegners darstellt, wozu auch ggf. neue tatsächliche Be­haup­tun­gen gehören.

Zu Rn. 89:
Eine eingehende und überzeugende Kritik an der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass ein Anwalt uneingeschränkt für richterliche Fehler hafte, wenn er sie – wie auch immer – nicht verhindert habe, bringt jüngst Deckenbrock (siehe oben LV).

Zu Rn. 97:
Der Bundesgerichtshof hat in MDR 2018, 1393 die grundsätzliche Bedeutung einer Rechts­sache wie folgt definiert:

    „Grundsätzliche Bedeutung hat eine Sache, wenn sie eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che, klärungsbedürftige und klärungsfähige Rechts­fra­ge aufwirft, die sich in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen stellen kann. Klärungsbedürftig ist eine Rechts­fra­ge insbesondere dann, wenn sie vom Bundesgerichtshof bisher nicht ent­schie­den worden ist und von einigen Oberlandesgerichten unterschiedlich be­ant­wortet wird, oder wenn dazu in der Literatur unterschiedliche Meinungen ver­treten wer­den [...]“.

Zu Rn. 114 (Literaturhinweise):
Baugutachten
Duve/Maffini, Bautechnik für Juristen, 3. Aufl. München 2018, S. 333 ff.
demoskopische Gutachten
Becker, Das demoskopische Gutachten als zivilprozessuales Beweismittel, Frankfurt a. M. 2002
Begutachtung von Kunstwerken
Ebling (Hrsg.): Kunstrecht, München 2007, S. 242 ff.; Hoeren (Hrsg.), Handbuch Kunst und Recht, Frankfurt a. M. u.a. 2008, S. 198 ff.; Wolf, Die Expertise. Inhalt, Form und Rechtswirkungen von Kunst­gut­ach­ten, Diss. Bonn 2011; Büttner/Finke, Zwischen Markt und Wissen­schaft: Kunst­sach­ver­ständige und Experten, in: Hausmann (Hrsg.), Hand­buch Kunstmarkt: Akteure, Management und Ver­mitt­lung, Bielefeld 2014, S. 235 ff.
urologische Gutachten
Wasserburg, Der gerichtlich bestellte ärztliche Sachverständige in der Urologie, Akt. Urol. 18 (1987), 316–324 und 19 (1988), 40–46.
Schriftgutachten
Caspart, Forensische Schriftuntersuchung, Der Sachverständige 17 (1993), 7 ff. (auch unter http://widab.gerichts-sv.at/website2016/wp-content/uploads/2016/08/4-93.pdf ab­rufbar)

Zu Rn. 126:
Die Rechtsprechung gewährt nun einhellig einer Partei im Rahmen der Schluss­er­ör­te­rung oder einer eingeräumten Schriftsatzfrist ein Recht zur Stellung neuer Be­weis­an­trä­ge, wenn sie im Rahmen einer Beweisaufnahme mit völlig neuen und auch bei sorg­fäl­ti­ger Prozessführung nicht voraussehbaren Ergebnissen konfrontiert worden ist (BGH, Beschl. v. 25.1.2012 – IV ZR 230/11 [juris Rn. 12]; NJW 2014, 550 [Rn. 25]; OLG Köln, Urt. v. 19.10.2017 – I-15 U 161/16 [juris Rn. 23]).

Zu Rn. 143 Fn. 546:
Ebenso BAG NJW 2018, 571 (Rn. 18).

Zu Rn. 145:
Die Ansicht, dass allein der Tatbestand für die Frage maßgeblich ist, ob etwas in erster Instanz bestritten worden ist oder nicht, wird jetzt auch vom OLG Frankfurt a. M. in seinem Urt. v.  5.10.2018 – 8 U 203/17 (juris Rn. 27) und vom LG Nürnberg-Fürth in seinem Beschl. v. 28.6.2018 – 5 S 3537/18 (juris Rn. 6) nachdrücklich vertreten.

Zu Rn. 147, 160, 163, 166:
Von der negativen Beweiskraft des Tatbestandes, der Maßgeblichkeit des Tat­be­stan­des für die Frage der Neuheit eines Vortrags in der zweiten Instanz und der Not­wen­dig­keit einer Tatbestandsberichtigung geht auch das OLG Frankfurt a. M. in seinem Urt. v. 15.1.2016
– 13 U 83/13 (juris Rn. 76, 78) aus.

Zu Rn. 151:
Dazu, dass schon für die Zivilprozessordnung in ihrer ursprünglichen Fassung an­er­kannt war, dass sich der Prozesstoff in zweiter Instanz nur nach dem Tatbestand des Ersturteils (und der dort konkret in Bezug genommenen Verhandlungsprotokolle) be­stimm­te, siehe auch Fitting, Der Reichs-Civilprozeß, 10. Aufl. Berlin 1900, § 82 V (S. 389 f.).

Zu Rn. 165 Fn. 600:
Wie der Bundesgerichtshof auch das Bundesarbeitsgericht in NZA 2008, 1028 mit insoweit zust. Anm. Gravenhorst jurisPR-ArbR 38/2008 Anm. 6.

Zu Rn. 167:
Soweit das Bundesarbeitsgericht in NJW 2018, 571 (Rn. 18) ohne Begrün­dung erwogen hat, dass die Beweiskraft des Tatbestands deshalb entfallen könnte, weil dessen Be­richtigung im Hinblick auf § 320 Abs. 2 Satz 3 ZPO von vornherein ausgeschlossen war, ist dies nicht nachvollziehbar.

Zu Rn. 170, 175:
Der Erörterung in Rn. 170, ob ein Antrag auf mündliche Verhandlung über den Tat­be­stands­be­richtigungsantrag gestellt werden soll, wird durch Streichung des § 320 Abs. 3 ZPO durch Art. 2 Nr. 9 des Re­fe­ren­ten­ent­wurfs eines Gesetzes zur Regelung der Wert­gren­ze für die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de in Zivilsachen, zum Ausbau der Spe­zia­li­sie­rung bei den Gerichten sowie zur Änderung wei­te­rer zi­vil­prozessrechtlicher Vor­schrif­ten vom 6.6.2019 (abrufbar unter https://tinyurl.com/y3463bnn) der Boden entzogen.

In der Entwurfsbegründung heißt es (S. 17 ):

    „§ 320 Absatz 3 ZPO in seiner bisherigen Fassung sieht vor, dass über den Antrag auf Berichtigung des Tatbestands des Urteils mündlich zu verhandeln ist, wenn eine Partei dies beantragt. Um das Berichtigungsverfahren effizienter zu ge­stal­ten, soll es zukünftig allein in das pflichtgemäße Ermessen des Gerichts ge­stellt wer­den, ob eine mündliche Verhandlung anzuberaumen ist. Da die Parteien ihre Argumente zur Tatbestandsberichtigung bereits schriftsätzlich vorgetragen ha­ben und eine Beweisaufnahme ohnehin nicht möglich ist (§ 320 Absatz 4 Satz 1 ZPO) ist ein weiterer Erkenntnisgewinn durch eine mündliche Verhandlung in der Regel nicht zu erwarten. Die bisherige Regelung birgt die Gefahr, dass ein Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung von der unterlegenen Partei allein zur Verfahrensverzögerung gestellt wird. Die Neuregelung ist daher im In­ter­es­se einer Verfahrensbeschleunigung, ins­be­son­de­re zur Sicherung der recht­zei­ti­gen Aktenübersendung an die Rechts­mit­tel­in­stanz, sachgerecht. “

In Rn. 175 muss es für das geltende Recht richtig „§ 320 Abs. 3 ZPO“ und für das zukünftige § 128 Abs. 4 ZPO heißen.

Zu Rn. 182:
Ebenso erneut BGH, Beschl. v. 5.3.2019 - VIII ZR 190/18 (juris Rn. 20).

Zu Rn. 187:
§ 321 Abs. 3 ZPO wird gem. Art. 2 Nr. 10 des Re­fe­ren­ten­ent­wurfs eines Gesetzes zur Re­gel­ung der Wert­gren­ze für die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de in Zivilsachen, zum Aus­bau der Spe­zia­li­sie­rung bei den Ge­rich­ten sowie zur Änderung wei­te­rer zi­vil­pro­zess­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 6.6.2019 (abrufbar unter https://tinyurl.com/y3463bnn) durch einen Satz 3 ergänzt, der wie folgt lautet:

    „Über einen Antrag, der die Ergänzung des Urteils um einen Nebenanspruch oder den Kostenpunkt zum Gegenstand hat, kann ohne mündliche Verhandlung ent­schie­den werden, wenn die Bedeutung der Sache keine mündliche Verhandlung er­for­dert; § 128 Absatz 2 Satz 2 gilt entsprechend.“

Zu Rn. 194:
Der Bundesgerichtshof hat in NJW-RR 2018, 451 seine Rechtsprechung, dass der Meist­be­gün­sti­gungs­grundsatz nicht zu einer Erweiterung des Rechtsmittelzugs führt, be­stä­tigt.

Zu Rn. 201 Fn. 692:
Ebenso LAG Baden-Württemberg, Beschl. v. 8.3.2011 – 13 Sa 5/11 (juris) mit zust. Anm. Gravenhorst, jurisPR-ArbR 34/2011 Anm. 4.

Zu Rn. 239:
Nach BGH NJW-RR 2018, 127 (Rn. 10) liegt selbst dann kein Scheinurteil vor, wenn das Ur­teil entgegen §§ 310 Abs. 1 Satz 1 ZPO; 169 Satz 1 GVG nicht in öffentlicher Sitzung, son­dern im Dienstzimmer des Vor­sitzen­den verkündet worden ist. Auch hier wird zur Be­grün­dung wieder der Gesichtspunkt der Rechts­sicherheit angeführt.

Ein Scheinurteil liegt dagegen vor, wenn das die Beachtung der für die Verkündung not­wen­di­gen Förmlichkeiten allein beweisende Protokoll nicht innerhalb der Fünf­mo­nats­frist des § 517 ZPO unterzeichnet (BGHZ 172, 298 [Rn. 13]) oder mit der nach §§ 163 Abs. 1 Satz 1; 130b ZPO erforderlichen elektronischen Signatur ver­se­hen (OLG Mün­chen, Urt. v. 27.6.2018 – 15 U 1640/17 [juris]) wurde.

Zu Rn. 242 Fn. 838:
Eine eingehende Begründung der Unzulässigkeit eines Rechtsmittels gegen ein Noch-nicht-Urteil bietet Baumgärtel, S. 126 f.

Zu Rn. 247 Fn. 846:
Bestätigt von BGH NJW-RR 2018, 384 (Rn. 8).

Zu Rn. 275:
Eine Zulassung der Berufung unter dem Gesichtspunkt der Sicherung einer ein­heit­li­chen Rechtsprechung gem. § 511 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 Var. 3 ZPO (siehe dazu Rn. 98) ist nach der Rechtsprechung des Bun­des­ge­richts­hofs auch dann gegeben, wenn die Vor­in­stanz den Anspruch des Rechtsmittelführers auf recht­li­ches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) in ent­schei­dungserheblicher Weise verletzt hat (BGHZ 154, 288 [296]; BGH NJW-RR 2016, 509 [Rn. 17]; GE 2018, 947 [Rn. 4]).

Zu Rn. 281 (künftig Rn. 281a):
Das für die Rechtsmittelbeschwer maßgebliche Interesse eines Wohnungseigentümers auf Erteilung oder Versagung der Zustimmung zur Veräußerung des Woh­nungs­ei­gen­tums beläuft sich in der Regel auf 20% des Ver­kaufs­prei­ses des Woh­nungs­ei­gen­tums (BGH NJW-RR 2018, 775; Beschl. v. 19.7.2018 – V ZR 229/17 [juris]).

Zu Rn. 299a (künftig Rn. 299b):
Ist das Urteil der erstinstanzlich nicht anwaltlich vertretenen Partei zugestellt worden, muss sich der Berufungsanwalt ggf. durch Nachfragen von dem genauen Zu­stel­lungs­tag vergewissern, weil der Grundsatz, der Rechtsanwalt könne so lange auf die Ri­chtig­keit tat­sächlicher Angaben seines Mandanten vertrauen und brauche in soweit keine eigenen Nachforschungen anzustellen, als er die Unrichtigkeit der Angaben weder kennt noch erkennen müsse (BGH NJW 1994, 2293; Urt. v. 14.2.2019 – IX ZR 181/17 [juris Rn. 9]), nicht für sog. Rechtstatsachen wie Zustellung eines Urteils oder Zu­gang einer Kündigung gilt (BGH, Urt. v. 14.2.2019 – IX ZR 181/17 [juris Rn. 11]).

Zu Rn. 300:
Der Bundesgerichtshof befasst sich in seinem Beschl. v. 25.9.2018 – XI ZB 6/17 (juris) mit dem Gegenbeweis der Unrichtigkeit des in einem Empfangsbekenntnis aus­ge­wie­se­nen Datums. Er bewegt sich dabei ganz auf der im Buch dargestellten Linie seiner st. Rspr., weshalb Fischer in sei­ner Anmerkung (MDR-Blog v. 17.1.2019, https://blog.otto-schmidt.de/mdr/feed/) zu Unrecht meint, der Bun­des­ge­richts­hof scheine „die An­for­de­run­gen für die Einhaltung der Fristen immer weiter zu lockern“.

Zu Rn. 318:
Die nicht bayernweite Geltung des Feiertags Mariä Himmelfahrt (15.8.) ist auch Ge­gen­stand der Entscheidung BGH NJW 2017, 3309.

Zu Rn. 324:
Der Bundesgerichtshof hat in NJW-RR 2018, 957 (Rn. 10–12) der auch im Buch unter Bezugnahme auf KG NJOZ 2017, 1287 vertretenen An­sicht, die Adressierung der Be­ru­fungs­schrift an die Telefaxnummer der Re­fe­ren­dar­ge­schäfts­stelle eines Ober­lan­des­ge­richts wirke nicht fristwahrend, mit eingehender Be­grün­dung widersprochen und diese Fallgestaltung von anderen, im Buch erörterten Fall­ge­stal­tungen abgegrenzt.

Zu Rn. 331:
Wie hier jetzt BGH NJW 2018, 952 (Rn. 7).

Zu Rn. 335–337:
In NJW-RR 2018, 312 (Rn. 14, 16, 19) bestätigt der Bundesgerichtshof seine st. Rspr. zum Mitternachtsfax für den Fall einer siebenseitigen Berufungsbegründungs­schrift und einer verbliebenen Übermittlungszeit von knapp acht Minuten, ebenso Beschl. v. 23.10.2018 – III ZB 54/18 (BeckRS 2018, 28836) für einen fünfseitige Schrift­satz.

Die h. M. zur Berücksichtigung der Belegung von gerichtlichen Telefaxanschlüssen und zum Mitter­nachts­fax wird von OLG Düsseldorf, Beschl. v. 24.4.2018 – I-3 U 8/18 (juris) bestätigt.

RiBGH Bacher hat im MDR-Blog v. 19.11.2018 (https://blog.otto-schmidt.de/mdr/feed/) für das Mitternachtsfax folgenden wei­te­ren Praxistipp gegeben: „Bei Last-Minute-Ein­rei­chungen dürfte der Versand über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) mit deutlich geringeren Risiken ver­bun­den sein als der Versand über das ver­meint­lich bewährte Telefax.“

Zu Rn. 352–358:
Der Bundesgerichtshof hat seine strenge Rechtsprechung im Beschl. v. 9.5.2019 – IX ZB 6/18 (juris Rn. 13) bekräftigt.

Zu Rn. 364:
BGH NJW 2018, 164 (amtlicher Leitsatz):
Auch ein Rechtsanwalt, der Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht ist, darf in der Regel darauf vertrauen, dass die Rechtsmittelbelehrung in Wohnungs­eigen­tums­sa­chen und in Zivilsachen mit wohnungseigentumsrechtlichem Bezug zutreffend ist (Fortführung von Senat, Beschluss vom 9. März 2017, V ZB 18/16, ZWE 2017, 293 = NJW 2017, 3002).

BGH NJW-RR 2018, 385 = FamRZ 2018, 699:
Dies gilt dagegen nicht für Familenstreitsachen, weil die Unterteilung in Fa­mi­lien­streit­sachen einerseits und an­de­re Fa­mi­lien­sa­chen andererseits ebenso zu den ver­fah­rens­rechtlichen Grundkenntnissen eines im Familienrecht tätigen Rechtsanwalts gehört wie das Wissen darum, dass in Fa­mi­lien­streit­sachen die frist­ge­bun­de­ne Rechts­mit­tel­be­grün­dung Zu­läs­sig­keitsvoraussetzung der Beschwerde und eine Un­ter­halts­sa­che als Fa­mi­lien­streit­sache einzuordnen ist.

Eine eingehende Darstellung der nur schwer durchschaubaren und vorhersagbaren Recht­spre­chung des Bundesgerichtshofs zur fehlerhaften Rechtsmittelbelehrung bringt Deckenbrock (siehe oben LV).

Zu Rn. 366a:
Wenn ein fristgebundener Schriftsatz verloren gegangen ist, ist eine Glaub­haft­ma­chung, wo und auf welche Weise es zum Verlust des Schriftstücks ge­kommen ist, nicht erforderlich (BGH NJW-RR 2018, 958 [Rn. 10 m. w. N.]). Es kann vielmehr nur eine aus sich heraus verständliche, ge­schlos­sene Schil­de­rung der tat­säch­lichen Abläufe bis zur rechtzeitigen Aufgabe zur Post bzw. zum rechtzeitigen Einwurf bei Gericht verlangt werden als Grundlage für die Glaub­haft­ma­chung, dass der Verlust nicht im Ver­ant­wor­tungsbereich der Partei oder ihres Prozessbevollmächtigten ein­ge­tre­ten ist (BGH a. a. O.; NJW-RR 2019, 500). Den Verlust des Schrift­stücks bei der Post oder bei Ge­richt kann die Partei re­gel­mä­ßig nicht anders glaub­haft machen als durch die Glaub­haft­ma­chung der recht­zei­ti­gen Aufgabe oder Einreichung (BGH NJW-RR 2018, 958 [Rn. 10 m. w. N.]).

Dabei ist grundsätzlich von der Richtigkeit einer anwaltlichen Versicherung auszugehen; dies gilt nur dann nicht, wenn konkrete An­halts­punkte es ausschließen, den geschilderten Sachverhalt mit über­wie­gender Wahrscheinlichkeit als zu­tref­fend zu erachten (BGH NJW 2015, 349 [Rn. 14]; NJW-RR 2018, 958 [Rn. 12]).

Zu Rn. 381:
Der Bundesgerichtshof hat seine Rechtsprechung in NJW 2018, 3720 (Pizzafoto) dahin weiter entwickelt, dass im Falle einer unzutreffende Belehrung über das für das Rechts­mit­tel­verfahren zuständige Gericht die Partei bei dem in der Rechts­mit­tel­be­leh­rung an­ge­führten Gericht fristwahrend Rechtsmittel einlegen kann und das funktional un­zu­stän­dige Gericht die Sache entsprechend § 281 ZPO an das nach der Kon­zen­tra­tions­re­ge­lung zuständige Rechts­mit­tel­ge­richt zu verweisen hat.

Nach Rn. 388 (künftig Rn. 388a):
(7) In Energiewirtschaftssachen gibt es eine Zu­stän­dig­keits­kon­zen­tra­tions­er­mäch­ti­gung in § 106 Abs. 2 EnWG i. Verb. m. § 92 Abs. 1 Satz 1 GWB. Hier lassen aber die Zu­stän­dig­keits­re­ge­lun­gen nach Ansicht des Bundesgerichtshofs (NZKart 2018, 439) für den Einzelfall nicht hinreichend deutlich erkennen, welches Gericht zuständig ist, wes­halb die Berufung fristwahrend auch bei dem nach § 119 GVG allgemein zu­stän­di­gen Oberlandesgericht eingelegt werden kann (Grundsatz der Rechts­mit­tel­klar­heit).

Zu Rn. 407 Fn. 1274:
Ebenso jetzt OLG Karlsruhe, Beschl. v. 17.5.2019 – 12 U 141/17 (juris Rn. 50).

Zu Rn. 408:
Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urt. v. 22.2.2018 (BGHZ 218, 1 = NJW 2018, 1463, jew. Rn. 53, 54) eine grundlegende Änderung seiner im Buch dar­ge­stell­ten Rechtspre­chung vor­ge­nommen. Er sieht nun wie die bisherige Minderheitsmeinung im Über­gang vom Schadensersatzanspruch statt der Leistung in Form des kleinen Schadensersatzes gem. §§ 634 Nr. 4, 280, 281 BGB zum Vorschussanspruch nach §§ 634 Nr. 2, 637 Abs. 3 BGB und umgekehrt eine bloße Antragsänderung gem. § 264 Nr. 3 ZPO (ggf. i. Verb. m. § 264 Nr. 2 ZPO).

Zu Rn. 410 (letzter Spiegelpunkt):
§ 9 Abs. 1 Satz 3 KSchG ist eine Spezialvorschrift gegenüber den §§ 531 ff. ZPO (BAG, Urt. v. 9.10.1997
2 AZR 32/97 [Rn. 21]).

Zu Rn. 417:
Der Bundesgerichtshof hat sich in seinem Urt. v. 16.11.2018 – V ZR 171/17 (juris Rn. 16) der im Buch dargestellten h. M. angeschlossen, dass § 531 Abs. 2 ZPO im Rahmen des § 533 Nr. 2 ZPO – entsprechende – Anwendung findet.

Zu Rn. 438 (künftig Rn. 438a):
Problematisch ist der zweitinstanzliche Auflösungsantrag eines Betriebserwerbers (§ 613a BGB) im Arbeitsgerichtsprozess. Dabei geht es hier nur um die Frage der grund­sätzlichen Zulässigkeit (die Form wird in Rn. 1350 erörtert).

Hier haben sich zwei Meinungen entwickelt:

  • LAG Düsseldorf, Urt. v. 23.5.2018 – 1 Sa 762/17 (juris Rn. 117) und Urt. v. 3.7.2018 – 3 Sa 553/17 (juris Rn. 54–57): Auflösungsantrag wegen zulässigem Streitbeitritt zulässig
  • LAG Baden-Württemberg, Urt. v. 24.5.2018 – 17 Sa 105/17 (juris): Auf­lö­sungs­an­trag unzulässig, weil Streitbeitritt unzulässig.

Faulenbach, jurisPR-ArbR 11/2019 Anm. 6 hat in einer eingehenden Besprechung die Un­rich­tig­keit des Urteils des LAG Baden-Württemberg nachgewiesen.

Zu Rn. 466a:
Zur Bindung des Gerichts an die Parteianträge (§ 308 Abs. 1 ZPO) siehe jetzt auch BGH GRUR 2018, 431 m. krit. Anm. von Alexander GRUR 2018, 436 ff. und – aus zivil­pro­zes­sua­ler Sicht – Elzer FDZV 04/2018 vom 23.2.2018.

Zu Rn. 477:
Wie hier jetzt eingehend Gehrlein, Berufungsrüge, passim.

Zu Rn. 479, 481:
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschl. v. 30.9.2018 (NJW 2018, 3634 [Rn. 36, 39]) nachdrücklich die Beachtung der Hinweispflicht nach § 139 ZPO im einst­weiligen Verfügungsverfahren gefordert und hinsichtlich des Ak­ten­kun­dig­ma­chens bei telefonischen Hinweisen (siehe Buch Rn. 491 und Aktualisierung unten) strenge Regeln auf­gestellt. Von der Thüsen, jM 2019, 61 ff. hat die Entscheidung ausführlich be­spro­chen.

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Beschl. v. 16.10.2018 – VI ZB 68/16 (juris Rn. 7) seine Rechtsprechung zur Notwendigkeit von Hinweisen nach § 139 ZPO im Wie­der­ein­setzungsverfahren bei erkennbar unklaren oder er­gän­zungs­be­dürf­ti­gen Angaben be­stä­tigt. Solche liegen aber nicht vor, soweit es um defizitären Vortrag zu folgenden, von der Rechtsprechung abschließend geklärten Themen geht:

  • Anforderungen an eine wirksame Ausgangskontrolle und die organisatorischen Maßnahmen bei der Übermittlung fristwahrender Schriftsätze (BGH NJW-RR 2012, 747 [Rn. 12]; NJW 2016, 3789 [Rn. 31]; NJW-RR 2017, 956 [Rn. 9]);
  • Anforderungen an die organisatorischen Maßnahmen bei elektronischer Ka­len­der­füh­rung (BGH NJW-RR 2018, 1267 [Rn. 12]);
  • Anforderungen an den ergänzenden Vortrag im Falle konkreter Hinweise des geg­nerischen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten auf die Er­kenn­bar­keit einer nicht ein­heit­li­che Geltung eines Feiertags bei Verwendung eines „berufsständischen“ Fristen­ka­len­ders (BGH NJW 2017, 3309 [Rn. 9]).

Mit den nahezu allgegenwärtigen Verstößen gegen die Hinweispflicht nach § 139 ZPO, welche auch im Berufungsverfahren gilt, hat sich jüngst auch Gravenhorst, jurisPR-ArbR 44/2018 Anm. 6 befasst.

Hinweis: Bei dem Absatz nach Rn. 479 fehlt versehentlich die Rn. 480.

Zu Rn. 482 und 1311:
Auch das Bundesarbeitsgericht betont nachdrücklich, dass nicht jeder Verstoß gegen § 139 ZPO auch einen gegen Art. 103 Abs. 1 GG darstellt (Beschl. v. 25.1.2017 – 10 ABR 78/16 [F] [juris Rn. 3]).

Zu Rn. 483:
Das Bundesverfassungsgericht hat im Beschl. v. 27.9.2018 – 1 BvR 426/13 (juris) die Ansicht des 5. Senats des Bundesarbeitsgerichts in dessen Urt. v. 27.6.2012 – 5 AZR 496/11 (juris) bestätigt, dass es bei nur einer entscheidungserheblichen Frage (Dar­le­gungs- und Beweislast hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes beim Lohn­wucher) und erst- und zweitinstanzlichen Hinweisen des Gegners keines Hin­wei­ses des Re­vi­si­ons­gerichts auf die vom Erstgericht bejahte und vom Be­ru­fungs­ge­richt verneinte Un­schlüs­sigkeit des Klagevortrags bedarf. Gravenhorst, jurisPR-ArbR 49/2018 Anm. 6 hat diese Entscheidungen unter Hinweis auf deren Widerspruch zu Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGHZ 135, 1 [Rn. 40 bei juris]) und des 3., 7. und 9. Senats des Bundesarbeitsgerichts ablehnend be­spro­chen.

Eine Hinweispflicht des erstinstanzlichen Gerichts entfällt auch, wenn das Be­ru­fungs­ge­richt bereits entsprechende Hinweise im zurückverweisenden Urteil erteilt hat (BGH VersR 1961, 610 [611]; OLG Nürnberg, Beschl. v. 19.9.2018 – 2 U 2307/17 [juris Rn. 18] mit zust. Anm. Windau www.zpoblog.de/?p=7116).

Zu Rn. 488:
Die Grenzen der Hinweispflicht im Verwaltungsprozess behandelt Gärditz (siehe oben LV). Soweit er die Ansicht vertritt, die „Distanz und Neutralität der rechtsprechenden Ge­walt [werde] zudem normalerweise dadurch stabilisiert, dass ein Instanzenzug zur Ver­fügung steht, der eine arbeitsteilig-suk­zes­sive Kon­zen­tra­tion des Prozessstoffes auf zu ent­scheidende Rechtsfragen ermöglicht“, ist dies auf den Zivilprozess aus den in Rn. 4 genannten Gründen nicht übertragbar.

Zu Rn. 491:
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschl. v. 30.9.2018 (NJW 2018, 3634 [Rn. 36, 39]) hinsichtlich des Aktenkundigmachens bei telefonischen Hinweisen (siehe Buch Rn. 491) folgende Forderung erhoben:

    „Hinweise müssen, insbesondere sofern sie mündlich oder fernmündlich erteilt werden, vollständig dokumentiert werden, so dass sich nachvollziehbar aus den Akten ergibt, wer wann wem gegenüber welchen Hinweis gegeben hat [...] Ak­ten­vermerke wie „Bedenken erörtert“ genügen den Do­ku­men­ta­tions­an­for­de­run­gen nicht.“

Zu Rn. 507, 508:
Während nach In-Kraft-Treten der ZPO unter Allgemeinkundigkeit (unter Un­ter­schei­dung in Men­schen­kun­dig­keit [heute „lebensweltliches Alltagswissen“, vgl. Buch Rn. 507], Volkskundigkeit und Ortskundigkeit, vgl. zu allem Lan­gen­beck [siehe oben LV] S. 471 f.) häufig nur die bereits allgemeinbekannten Tatsachen ver­standen wurden (Lan­gen­beck, S. 480, 484), wird darunter spätestens seit BVerfGE 10, 177 (182) nahezu ein­hel­lig und rechtstatsächlich sogar vorrangig auch die vom Richter durch Nach­for­schun­gen in „allgemein zu­gäng­li­chen, zu­ver­lässi­gen Quellen“ erst herausgearbeitete All­ge­mein­kun­dig­keit einer Tat­sa­che verstanden (siehe die Nachweise im Buch zu Rn. 508; für die strukturelle Un­ter­schei­dung heute noch grundsätzlich Gre­ger, Der surfende Rich­ter, S. 292, 294 ff.).

Weitere Beispiele aus der Rechtsprechung für allgemeinkundige Tatsachen:

  • Schlafapnoe-Syndrom als Ursache für den sog. Sekundenschlaf (BayVGH, Beschl. v. 27.9.2006 – 11 CS 05.2301 [juris Rn. 25 unter Berufung auf die Wikipedia]);
  • Symptome und Ursachen eines Hexenschusses (BayVGH, Beschl. v. 30.1.2018 – 3 ZB 15.148 [juris Rn. 9 unter Berufung auf die Wikipedia]);
  • die „ab Herbst des Jahres 2015 zugespitzte Flüchtlingskrise sowie die sich hie­raus ergebenen politischen Auseinandersetzungen zwischen CSU [und CDU]“ (OLG Köln GRUR-RR 2018, 219 [Rn. 18]);
  • bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fehlende Betriebserlaubnis für ein Luft­trans­port­unternehmen (AG Stralsund, Urt. v. 8.11.2017 – 16 C 1085/17 [juris Rn. 22 un­ter Be­zug­nah­me auf im Internet ab­ruf­bare offizielle Veröffentlichungen des Luft­fahrt­bun­desamtes und Presseberichte]);
  • Empfehlungen auf der Internetseite der polizeilichen Kriminalpräventionsarbeit der Länder und des Bundes www.Q.de betreffend die Erstellung einer „Wert­ge­gen­stands­liste“ (OLG Köln NJW-RR 2017, 1502 [Rn. 59]);
  • beim Schneeräumen mit massiven metallischen Schiebern auf einem mit Kunst­stoff­bah­nen abgedichteten Dach muss mit Ritzungen oder Schürfungen ge­rech­net werden (OLG Rostock, Urt. v. 28.7.2017 – 6 U 131/15 [juris Rn. 77]).

Zu Rn. 508 (Wissenschaftscharakter und Zi­tier­fä­hig­keit der Wiki­pe­dia):
Einen Einblick in die Entstehung bestimmter Wikipedia-Artikel bietet Baur, Andreas Lieb: Knuttis grüner Schatten, Die Weltwoche v. 17.7.2019 (https://t1p.de/kbje [21.7.2019]).
Über die Ma­ni­pu­la­tion von Biographien in der Wikipedia berichtete Markus Wehner in seinem Ar­ti­kel „Deutsche Spitzenpolitiker verschleiern ihre Studienabbrüche“ (FAZ v. 26.5.2013). Ein bemerkenswerter Fall eines fehlerhaften Wikipedia-Artikels ist Ge­gen­stand des Urteils des LG Berlin v. 28.8.2018 – 27 O 12/17 (BeckRS 2018, 27235).

Weiteres Schrifttum:
Hodel, Nicht zitierfähig? – Wikipedia und Wissenschaft, http://weblog.histnet.ch/archives/1914 (30.6.2018); Mitschian, Zi­tie­ren aus Wi­ki­pe­dia. Stich­pro­ben für Deutsch als Fremd­spra­che. Zeit­schrift für In­ter­kul­tu­rel­len Fremd­spra­chen­un­ter­richt 16 (2011), 147–175 (abrufbar unter http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-16-2/beitrag/ Mitschian.pdf); Scheloske, Ist die Wikipedia zitierfähig? Der Umgang mit wis­sen­schaft­li­chen Quellen – Werkstattnotiz 126, http://www.wissenswerkstatt.net/2008/11/01/ist-die-wikipedia-zitierfaehig-der-umgang-mit-wissenschaftlichen-quellen-werkstattnotiz-126/ (30.6.2018); Stüber, Zi­tie­ren in juristischen Arbeiten, 2. Aufl. 2018, S. 3, abrufbar unter https://www.niederle-media.de/Zitieren.pdf (30.6.2018); Woz­niak, Zi­tier­pflicht für Wi­ki­pe­dia­ar­tikel – und wenn ja, für welche und wie? (mit krit. Forumsdiskussion), abrufbar unter https://mittelalter.hypotheses.org/3721 (30.6.2018).

Zu Rn. 508, 572, 674, 680, 681:
Zu den hier erörterten Fragen (Beibringungsgrundsatz, offenkundige Tatsachen, Inter­net­recherche,
Se­ri­o­si­tät von Internetquellen) siehe jetzt den sehr lesenswerten Aufsatz von Windau (siehe oben LV).

Aus schweizerischer Sicht: Vetter/Peyer, Bekannte Tatsachen – unter besonderer Be­rück­sich­ti­gung des Internets, in: Gschwend u. a. (Hrsg.), Recht im digitalen Zeitalter, FG Schweizerischer Juristentag 2015 in St. Gallen, Zürich/St. Gallen 2015, S. 759–778 (auch abrufbar unter https://tinyurl.com/y4c8yfxy [10.6.2019]). Die Autoren lehnen eine In­ter­net­recherche des Ge­richt unter Hinweis auf den Verhandlungsgrundsatz rundweg ab (ebenda S. 773).

Zu Rn. 524:
Gegen den ebenso ubiquitären wie überflüssigen Rückgriff auf Art. 103 Abs. 1 GG auch nachdrücklich Wörner (siehe oben LV), S. 125 f. (der allerdings in einem bloßen Rück­griff auf die Entstehungsgeschichte des § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO aus der For­mu­lie­rung „etwaige Beweisaufnahme“ [womit rein sprachlich nur dem selbst­ver­ständ­li­chen Um­stand Rech­nung getragen wird, dass es Zivilprozesse ohne Be­weis­auf­nah­me gibt] den „Grundsatz der freien rich­ter­lichen Be­weis­ablehnung“ ableitet und die Be­weis­er­he­bungs­pflicht erst aus der Verhandlungsmaxime ableitet).

Fn. 1662: Strack (siehe oben LV) Sp. 830.
Fn. 1666:
Ebenso OLG Köln NJW-RR 2018, 464 (Rn. 44).

Zu Rn. 527:
In NJW-RR 2018, 249 (Rn. 12) bestätigt der Bundesgerichtshof seine st. Rspr., dass es dem Tatrichter nach § 286 ZPO grundsätzlich nicht verwehrt ist, allein aufgrund des Vortrags der Parteien und ohne Be­weis­er­hebung festzustellen, was für wahr und was für nicht wahr zu erachten ist.

Zu Rn. 533, 581, 581a:
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass ein Augenschein bei Vorliegen von aussagekräftigen und unbestrittenen Lichtbildern nicht eingeholt werden muss, wird von BVerfG, Beschl. v. 7.2.2018 – 2 BvR 549/17 (juris Rn. 11, insoweit in MDR 2018, 614 nicht abgedruckt) beiläufig bestätigt.

Eine monographische Darstellung des Augenscheins bietet Marcel Drehsen, Der ge­richt­li­che Augenschein im Zivilprozeß, Bielefeld 2017.

Zu Rn. 543 (2. Spiegelpunkt):
Hinsichtlich der analogen Anwendung des § 244 Abs. 4 Satz 2 StPO ebenso OLG München, Hinweisbeschl. v. 2.5.2017 – 9 U 4969/16 Bau (BeckRS 2017, 145360, Rn. 15).

Zu Rn. 548–565 (völlige Ungeeignetheit eines Beweismittels):
Hinsichtlich der Ungeeignetheit eines blinden Zeugen a. A. Wörner (siehe oben LV), S. 247 für einen „Sehbehinderten“ (hinsichtlich der Frage, ob es an einem bestimmten Ort hell oder dunkel war) und eines tauben Zeugen (wenn es um „laute Geräusche oder einen Knall“ geht).

Das OLG Schleswig hat sich in WM 2019, 206 (Rn. 26) der in Rn. 555 dargestellten all­ge­mei­nen Meinung, dass ein Beweisantrag auf Beiziehung und Verwertung be­stimm­ter „Akten“ nicht zielführend ist, angeschlossen, hat allerdings fehlerhaft statt die Un­zu­läs­sigkeit des Beweisantrags anzunehmen das Vorliegen eines solchen verneint (sie­he Rn. 34).

Ein Sachverständigengutachten ist bereits dann kein völlig ungeeignetes Beweismittel, wenn der Sach­ver­ständige auch nur solche Erfahrungssätze und Schlussfolgerungen darzulegen vermag, die für sich allein die unter Beweis gestellte Behauptung lediglich wahr­scheinlich machen, sie aber nicht unmittelbar er­wei­sen können (OLG München, Urt. v. 26.2.2016 – 10 U 153/15 [juris Rn. 26]; LG Os­na­brück, Urt. v. 30.8.2017 – 2 S 188/17 [juris Rn. 31]).

Der Bundesgerichtshof bestätigt in NJW 2018, 2803 (Rn. 9) seine st. Rspr., dass eine Ungeeignetheit eines Beweisantrags nur gegeben ist, wenn es – völlig – aus­ge­schlos­sen erscheint, dass das Beweismittel zu dem Be­weis­the­ma sach­dienliche Er­kennt­nis­se erbringen kann und keine vor­weg­ge­nom­me­ne Beweiswürdigung er­for­der­lich ist.

Zu Rn. 557:
Der Bundesgerichtshof hat in NJW-RR 2018, 1150 seine st. Rspr. bekräftigt, dass ein Beweisantrag nicht mit der Begründung abgelehnt werden könne, die unter Beweis ge­stellte Be­haup­tung sei unwahrscheinlich (Rn. 16) oder wi­der­sprüchlich (Rn. 20, 21).

Zu Rn. 562 Fn. 1772:
In NJW-RR 2018, 506 (Rn. 10) bestätigt der Bundesgerichtshof die herrschende Recht­sprechung.

Zu Rn. 568 (künftig Rn. 568a):
Eine umfassende Darstellung der Möglichkeiten einer Beweismittelbeschaffung im Aus­land bietet Jamal Daoudi, Extraterritoriale Beweismittelbeschaffung im deutschen Zi­vil­pro­zeß, Berlin 2000 (zugl. Diss. Münster 2000).

Zu Rn. 572:
Der Bundesgerichtshof betont in seinem Urt. v. 19.2.2019 (VI ZR 505/17, juris Rn. 16) er­neut die Pflicht zur amtswegigen Beweisaufnahme im Arzthaftungsprozess durch Ein­ho­lung von Sachverständigengutachten.

Zu Rn. 582:
Die amtswegige Erhebung eines Sachverständigenbeweises ist auch Gegenstand der mietrechtlichen Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs v. 22.5.2019 – VIII ZR 180/18 (juris), wo es im Ls. 4a (gleichlautend Rn. 44) heißt:

    „Macht ein Mieter unter Vorlage eines Attests des behandelnden Facharztes geltend, ihm sei ein Umzug wegen einer schweren Erkrankung nicht zuzumuten, ist im Falle des Bestreitens dieses Vortrags regelmäßig die – beim Fehlen eines entsprechenden Beweisantritts von Amts wegen vorzunehmende (§ 144 ZPO) – Einholung eines Sachverständigengutachtens zu der Art, dem Umfang und den konkreten Auswirkungen der beschriebenen Erkrankung auf die Lebensführung des betroffenen Mieters im Allgemeinen und im Falle des Verlusts der vertrauten Umgebung erforderlich.“

Zu Rn. 582 (künftig Rn. 582a):
Eine amtswegige Erhebung eines Sachverständigenbeweises ist auch in den Fällen der amtswegigen Beziehung von Gutachten aus einem anderen Verfahren nach § 411a ZPO oder einem selbständigen Beweisverfahren nach § 493 Abs. 1 ZPO gegeben (ein­ge­hend Dölling [siehe LV], S. 2093 [sub II 2] und 2094 [sub III 2]).

Zu Rn. 583:
Die Zulässigkeit der amtswegigen Einholung eines Sachverständigengutachtens zu Beweiszwecken wird auch in § 144 Absatz 1 Satz 1 ZPO des Re­fe­ren­ten­ent­wurfs eines Gesetzes zur Regelung der Wertgrenze für die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de in Zivilsachen, zum Ausbau der Spezialisierung bei den Gerichten sowie zur Änderung wei­te­rer zi­vil­prozessrechtlicher Vorschriften vom 6.6.2019 (abrufbar unter https://tinyurl.com/y3463bnn) als selbstverständlich vorausgesetzt, wenn es in der Be­grün­dung    (S. 16) heißt :

    „Durch die Umformulierung des § 144 Absatz 1 Satz 1 ZPO-E soll deutlicher als bis­her geregelt werden, dass sich das Gericht zur fachlichen Un­ter­stüt­zung der be­son­de­ren Sach­kun­de von Sach­ver­stän­di­gen auch un­ab­hän­gig von einer Be­weis­auf­nahme in ei­nem frü­hen Ver­fah­rens­sta­dium ver­fah­rens­be­glei­tend zu Be­ra­tungs­zwecken be­dienen kann. Der Sachverständige ist in dieser Funktion nicht Beweismittel, sondern Berater des Gerichts [...].

    Die Möglichkeit des Gerichts, nach pflichtgemäßem Ermessen von Amts wegen einen Sachverständigen nicht nur zur Begutachtung, sondern auch als fachlichen Berater heranzuziehen, um sich auf diesem Wege die er­for­der­li­che Sach­kunde zum richtigen Verständnis des Parteivorbringens und zur Er­fas­sung des Sach­verhalts zu verschaffen, besteht schon nach geltendem Recht [...]“.

Zu Rn. 586:
Der Bundesgerichtshof betont in seinem Beschl. v. 17.5.2018 – IX ZB 26/17 (juris Rn. 12, 14, 18, 19) erneut nachdrücklich die Pflicht des Tatrichters zur umfassenden amts­we­gi­gen Ermittlung des aus­län­di­schen Rechts, wobei die Parteien keine Dar­le­gungs­last (Beweisführungslast) haben.

Zu Rn. 587 (Literaturhinweise):
Stürner, Wie kann der Zugang zu ausländischem Recht in Zivilverfahren verbessert wer­den?, ZVglRWiss 2018, 1 ff.; Krauß/Stürner, Aus­län­di­sches Recht in deutschen Zi­vil­ver­fahren, Baden-Baden 2018

Zu Rn. 588:
Soweit OLG München, Urt. v. 21.9.2018 – 10 U 1502/18 (juris Rn. 19) eine Par­tei­ein­ver­nah­me der Klägerin nach § 448 ZPO u. a. von der Zustimmung der Be­klag­ten abhängig macht, ist dies nicht nachvollziehbar  – es liegt insoweit wohl eine Ver­wechs­lung mit § 447 ZPO vor.

Zu Rn. 592:
Die in der ZPO verschiedentlich getroffene Regelung, das Gericht könne „von Amts wegen“ eine sachverhaltsklärende Anordnung treffen (außer den in Rn. 591 erwähnten ist hier vor allem an § 411 Abs. 3 ZPO zu denken), wird, wie im Buch dargelegt, auch in der höchstrichterlichen Rechtsprechung immer wieder verkannt.

Das Bundessozialgericht hat sich mit der Frage wiederholt erfreulich scharfsinnig und klar befasst (Urt. v. 16.1.1986 – 4b RV 27/85 [juris Rn. 17–20]; zuletzt Beschl. v. 16.4.2018 – B 9 V 8/18 B [juris Rn. 23]). In der erstgenannten Entscheidung heißt es (Her­vor­he­bungen von mir):

    „Nach §§ 402, 397 Abs. 2 ZPO haben die Beteiligten das Recht, im Termin an den Sachverständigen Fragen zu richten (Befragungsrecht) [...] Nach § 411 Abs. 3 [Satz 1] ZPO kann das Gericht das Erscheinen des Sachverständigen anordnen, da­mit er das schriftliche Gutachten erläutere.
    Die beiden Möglichkeiten der mündlichen Anhörung des Sachverständigen nach Erstattung des schriftlichen Gutachtens unterscheiden sich also dadurch, daß die Möglichkeit 1) ein Recht der Prozeßbeteiligten, an den Sachverständigen Fragen zu richten, die Möglichkeit 2) dagegen die Befugnis des Prozeßgerichts selbst statuiert, von sich aus, „von Amts wegen“, also ohne An­re­gung oder Antrag eines Beteiligten den Sachverständigen zum Termin zu laden und dort zu hören, um irri­ge tatsächliche Annahmen, Lücken oder Widersprüche im schriftlichen Gut­ach­ten in Ge­gen­wart der Parteien mündlich zu erörtern und nach Möglichkeit aus­zu­räu­men (vgl ...).
    Der Umstand, daß die Prozeßbeteiligten nicht gehindert sind, ein Tätigwerden des Prozeßgerichts von Amts wegen nach § 411 Abs. 3 ZPO anzuregen (...), hat dazu geführt, daß in Rechtsprechung und Rechtsliteratur zwischen beiden Mög­lich­kei­ten der mündlichen Gutachtenserläuterung durch den Sach­ver­stän­di­gen häufig nicht näher unterschieden wird (vgl zB BSG in SozR Nr 160 zu § 162 SGG; BGHZ 35, 370, 372 f.; BVerwG MDR 1973 Seite 21 und in NJW 1964, Seite 2645, 2646; Baum­bach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 44. Aufl., Anm. 5b mit zahl­reichen Nachweisen). Das ist bei der funktionalen Ähn­lich­keit der bei­den An­trags­mög­lichkeiten verständlich.“

Zu Rn. 593:
Die hier vertretene Ansicht, dass eine Anordnung des persönlichen Erscheinens der Par­tei­en zum Zweck der Anhörung regelmäßig erfolgen sollte, ist im Schrifttum wohl herr­schend, siehe zuletzt Wesche (siehe oben LV), S. 103 und Kurpat (siehe oben LV), S. 170.

Zu Rn. 593–600, 603, 604:
Siehe auch Greger, Die Partei, passim.

Zu Rn. 607 (künftig Rn. 607a):
Soweit das OLG München in seinem Urt. v. 13.7.2018 – 10 U 1856/17 (juris Rn. 22) anmerkte, die Parteien seien mit der Anwesenheit des Sachverständigen während der Zeugeneinvernahme einverstanden gewesen, ist dies bedenklich. Sollte das OLG Mün­chen dabei an § 394 Abs. 1 ZPO gedacht haben, wäre dies fehl­sam, weil diese Vor­schrift nicht über § 402 ZPO entsprechend an­zu­wen­den ist (RGZ 8, 343 [346]; RGSt. 2, 153 [158]; 52, 161; Tho­mas/Put­zo/Rei­chold § 402 Rn. 1; BeckOK-ZPO/Scheuch § 402 Rn. 23.15 m. w. N.; a. A. nur Mu­sie­lak/Voit/Huber § 402 Rn. 14 ohne Erwähnung der h. M. und ohne Be­grün­dung), ganz abgesehen davon, dass auch eine Aus­ei­nan­der­setzung mit dem in seinem Urt. v. 13.5.2016 – 10 U 4529/15 (juris Rn. 36) zu­tref­fend auf­ge­stell­ten Grundsatz der zwingend not­wen­di­gen An­we­sen­heit des un­fall­ana­ly­ti­schen Sachverständigen in solchen Fällen fehlt.

Zu Rn. 623:
Ein Beispiel für eine richterliche Argumentation, ein bestimmter Parteivortag sei zwar „durch­aus möglich“, aber gewisse entgegenstehende Tatsachen könnten nicht aus­ge­schlossen werden, bietet der Beschl. des OLG Frankfurt a. M. v. 9.1.2017 – 29 U 187/16 (juris Rn. 22, 23, 24]).

Eine Variante einer solchen pauschalen Skepsis ist gegeben, wenn das LG Berlin in sei­nem Beschl. v. 19.10.2017 – 67 S 279/17 im Zusammenhang mit der Frage des Nach­wei­ses der rechtzeitigen Zustellung einer Betriebskostenabrechnung die nicht näher begründete These aufstellt, eine Zustellerliste eines Boten sei bereits „aus grund­sätzlichen Erwägungen heraus schon faktisch nicht geeignet, den Zu­stell­nachweis zu führen“ (zu Recht ablehnend Krapf, jurisPR-MietR 9/2018 Anm. 3 unter C).

Zu Rn. 628, 631:
Die Notwendigkeit einer Gesamtschau gerade auch im Hinblick auf das prozessuale Verhalten der Parteien hatte das Bundesarbeitsgericht bereits in seinem Urt. v. 26.3.1981 – 2 AZR 604/79 (juris Rn. 67) betont.

In der bereits oben zu Rn. 527 erörterten Entscheidung NJW-RR 2018, 249 (Rn. 12) be­stätigt der Bun­des­ge­richtshof seine st. Rspr. zur notwendigen Einbeziehung von Par­tei­angaben im Rahmen einer Par­tei­an­hörung in die von § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO ge­for­der­te Verhandlungswürdigung.

Das OLG Naumburg (VRS 129 [2015], 273) setzt dagegen seine Recht­sprechung, das Ergebnis einer Par­tei­an­hörung, die kein Beweismittel sei, könne nicht Gegenstand einer „Be­weis­würdigung“ sein, fort – es hat nach wie vor nicht erkannt, dass das Gesetz un­zwei­fel­haft in jedem Fall (!) eine (von der Be­wei­swür­digung verschiedene) Ver­hand­lungs­wür­di­gung verlangt (siehe eingehend Buch Rn. 527, 628, 631).

Auch Laumen (siehe oben LV) vermengt die Verhandlungs- und Beweiswürdigung, wenn er sich dafür ausspricht, dass die „Verwertung von Parteiaussagen im Rahmen der Bewei­swür­di­gung [...] die absolute Ausnahme bleiben“ müsse. Sie muss nicht nur die Ausnahme bleiben, vielmehr gibt es sie nach dem Gesetz (§ 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO) überhaupt nicht. Die Verwertung von Parteiaussagen ist Gegenstand der Ver­hand­lungs­wür­digung. Soweit er darauf hinweist, dass für die Unterschiedlichkeit von Par­tei­an­hö­rung und Parteivernehmung auch spreche, dass bei Letzterer „die Ablehnung, sich ver­nehmen zu lassen (§ 446 ZPO), das Ausbleiben (§ 454 ZPO) und die Verweigerung der Aussage und des Eides (§ 453 Abs. 2 ZPO) vom Gericht frei gewürdigt werden“ könn­ten, übersieht er, dass all dies (natürlich mit Ausnahme der Eidesverweigerung) auch bei der Parteianhörung möglich ist (siehe eingehend Buch Rn. 645, 647).

Zu Rn. 628a:
Der persönliche Eindruck des Richters kann – was seit Langem bekannt ist – na­tür­lich durch Vorurteile beeinflusst sein.

Aus dem umfangreichen Schrifttum hierzu seien die immer noch grund­le­gen­de Un­ter­suchung von Lautmann, Justiz – die stille Gewalt, Frankfurt a. M. 1972 und zuletzt Jäger, Unbewusste Vorurteile und ihre Bedeutung für den Richter, DRiZ 2018, 24 ff. erwähnt (letzterer Aufsatz leidet in Bezug auf die deutsche Justiz an einer zu geringen Distanz zu US-amerikanischen Denkmustern sowie modischen und prozessrechtlich unergiebigen Topoi wie Antidiskriminierung und Diversity).

Zu Rn. 646:
Ebenso jetzt LG Heilbronn, Urt. v. 22.5.2018 – 6 O 35/18 (juris Rn. 62) in einem Fall im Zusammenhang mit dem sog. VW-Abgasskandal.

Das in Fn. 2064 angeführte Urteil des Bundesgerichtshofs v. 16.3.2017 ist in NJW 2017, 3304 abgedruckt.

Zu Rn. 648:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in NJW-RR 2018, 1003 und MDR 2018, 1395 seine st. Rspr. zum sog. überholenden Vortrag und zu dessen Würdigung im Rahmen der Ver­hand­lungswürdigung nach § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

Der von Fischer in der Besprechung der letztgenannten Entscheidung (MDR-Blog v. 13.12.2018, https://blog.otto-schmidt.de/mdr/feed/) aufgestellten Behauptung, ein wi­der­sprüch­li­ches Vorbringen dürfe als „unbeachtlich“ behandelt werden, „wobei na­tür­lich vor­her versucht werden muss, den Widerspruch aufzuklären“, ist aus den im Buch un­ter Rn. 27 eingehend dargelegten Gründen zu widersprechen.

Zu Rn. 650:
Zur Glaubwürdigkeit zusammenfassend im Sinne der herrschenden Meinung zuletzt OLG München, Urt. v. 19.5.2017 – 10 U 1209/15 (juris, Rn. 35).

Zu Rn. 651:
Der Bundesgerichtshof bestätigt die seit jeher geltenden Grundsätze zur Un­mit­tel­bar­keit der Beweisaufnahme in BGHZ 212, 286 (Rn. 28) und NJW 2018, 1261 (Rn. 10). Eine weitere Bestätigung findet sich in der noch nicht rechtskräftigen Ent­schei­dung des OLG Düsseldorf in GRUR 2018, 1037.

Zu Rn. 655:
Auch Widersprüche zwischen einer Zeugenaussage und einer vorausgegangenen ei­des­stattlichen Ver­si­che­rung haben nicht zwingend die Unglaubwürdigkeit des Zeu­gen zur Folge (OLG München WRP 2018, 501).

Zu Rn. 658:
In NJW-RR 2018, 249 (Rn. 12) bestätigt der Bundesgerichtshof seine st. Rspr. zum Ver­hältnis von münd­li­chem Parteivortrag zu Parteiaussage/Zeugenaussage. Das OLG Mün­chen setzt seine in Fn. 2107 aufgeführte st. Rspr. im Urt. v. 13.7.2018 – 10 U 1856/17 (juris Rn. 7) fort. Auch das LG Berlin GE 2017, 952 legt diese h. M. zugrunde.

Zu Rn. 665:
Es ist grundsätzlich von der Richtigkeit einer anwaltlichen Versicherung auszugehen (BGH NJW 2015, 349 Rn. 14; Beschl. v. 8.5.2018 – VI ZB 5/17 [juris Rn. 12]). Dies gilt aber dann nicht, wenn konkrete An­halts­punk­te es ausschließen, den geschilderten Sachverhalt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als zutreffend zu erachten (BGH a. a. O.).

Zu Rn. 666:
Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urt. v. 11.10.2018 – I ZR 114/17 (juris Rn. 19 ff.) erneut die Zulässigkeit einer isolierten Drittwiderklage gegen den Zedenten bestätigt. Bacher hat in seinem diesbezüglichen Praxistipp vom 24.3.2019 (https://blog.otto-schmidt.de/mdr/feed/) zu Recht erneut darauf aufmerksam gemacht, dass damit die angeblichen Vorteile einer Abtretung zur Erlangung einer Zeugenstellung zu­nich­te­ge­macht werden können.

Gegenteiliger Ansicht zu der in Fn. 2160 angeführten heute h. M. noch OLG Karlsruhe BB 1992, 97, offengelassen noch von OLG Dresden NJW 2000, 901 (902).

Zu Rn. 668:
Das Kammergericht hat in DAR 2018, 140 = MDR 2018, 339 m. zust. Anm. Laumen MDR 2018, 581 f. zu Recht darauf hin­ge­wie­sen, dass die Spontanäußerung eines Un­fall­be­tei­ligten nur ein Schuldindiz ist, welches nach § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO (umfassend) zu würdigen ist.

Die Behandlung solcher Spontanäußerungen ist aber nicht unumstritten. So hat der 12. ZS des Kam­mer­ge­richts in VersR 2006, 1126 (1127) darin eine Umkehr der Beweislast mit der für den Erklärenden miß­li­chen Folge des § 292 ZPO gesehen (ebenso Stau­din­ger/Mar­burger, BGB [2015] § 741 Rn. 40). Nach Gehr­lein JA 1995, 598 (600) soll eine sol­che Äußerung eine „Beweiserleichterung bis zur Be­weis­last­um­kehr“ zur Folge ha­ben.

Zu Rn. 669, 695:
Das OLG Koblenz hat in seinem Urt. v. 7.2.2018 – 5 U 897/17 (BeckRS 2018, 10127) unter Hinweis auf BGH VersR 2009, 499 die Notwendigkeit der kritischen Prüfung von Ausführungen medizinischer Sach­ver­stän­diger auf ihre Voll­ständigkeit und Wi­der­spruchs­freiheit insbesondere bei Widersprüchen zwischen ein­zel­nen Er­klärungen des­sel­ben Sach­ver­ständigen betont, wobei es auch die Einholung eines weiteren Sach­ver­stän­di­gen­gutachtens nach § 412 ZPO in Betracht zog.

Der Bundesgerichtshof nimmt in NJW 2018, 3097 (Rn. 10) in der grundsätzlichen Aus­sage denselben Standpunkt ein.

Zu Rn. 672:
Der Gesetzgeber hat in den am 1.1.2018 in Kraft getretenen § 72a Satz 1 Nr. 1–4; 119a Satz 1 Nr. 1–4 GVG den Wert der Spezialisierung erneut und nachdrücklich betont, wenn er nunmehr die von den Land­ge­richten bislang in erheblichem Maße verweigerte Ein­rich­tung von Spezialkammern bei den Land­ge­rich­ten und von Spezialsenaten bei den Ober­lan­des­ge­rich­ten in den Sachgebieten Streitigkeiten aus Bank- und Finanz­ge­schäf­ten, aus Bau- und Architektenverträgen sowie aus Ingenieurverträgen, Strei­tig­kei­ten im Zusammenhang mit Heilbehandlungen und Ver­si­che­rungs­ver­trags­ver­hält­nis­sen an­ge­ord­net hat. Vgl. dazu eingehend Fölsch (siehe oben LV).

Der Gesetzgeber setzt seine Förderung der Spezialisierung der Gerichte in Art. 3 Nr. 2 und 3 des Referentenentwurfs eines Gesetzes zur Regelung der Wertgrenze für die Nicht­zu­lassungs­be­schwer­de in Zivilsachen, zum Ausbau der Spezialisierung bei den Ge­rich­ten sowie zur Än­de­rung weiterer zivil­pro­zess­recht­li­cher Vor­schriften vom 6.6.2019 (abrufbar unter https://tinyurl.com/y3463bnn) fort, wonach Spe­zial­spruch­kör­per auch für Strei­tig­kei­ten über An­sprüche aus Ver­öffent­li­chun­gen durch Druck­er­zeu­gnis­se, Bild- und Ton­träger jeder Art, insbesondere in Presse, Rundfunk, Film und Fern­se­hen, fer­ner erb­recht­li­che Strei­tigkeiten sowie in­so­lvenz­be­zo­ge­ne Strei­tig­kei­ten und An­fech­tungs­sa­chen nach dem An­fech­tungs­ge­setz ein­zu­rich­ten sind.

Literaturhinweis: Fleischer/Bong/Cools, Spezialisierte Spruchkörper im Ge­sell­schafts­recht, in: RabelsZ 81 (2017), 608–660

Zu Rn. 676:
Wenn es in OLG München, Urt. v. 13.7.2018 – 10 U 1856/17 (juris Rn. 31) heißt: „Auf Nach­frage des Senats ist dieser nach ZAK und IFS zertifiziert für Kfz-Unfallgutachten und -bewertung, er ist nicht öffentlich bestellt und allgemein vereidigt. Der Sach­ver­stän­di­ge Fleischer ist als Schadensgutachter zur Beurteilung unfallanalytischer Fragen daher nicht sachkompetent.“, ist dies in mehrfacher Hinsicht unzulänglich:

  • Zunächst ist die Formulierung „Kfz-Unfallgutachten und -bewertung“ miss­ver­ständlich und wird auch von den genannten Institutionen nicht verwendet. Un­fall­ana­lytiker werden richtigerweise als „Sachverständigen für Un­fall­re­kon­struk­tion“ bezeichnet (es finden sich auch die Bezeichnungen „Sach­ver­stän­di­ge für Kraft­fahr­zeug­un­fall­ursachen“, „Sachverständige für (Verkehrs-)Un­fall­re­kon­struk­tion“ oder „Sach­ver­ständige für Straßen­ver­kehrs­un­fäl­le“ ver­wen­det). Da­ne­ben gibt es die „Sachverständigen für (Kraft-)Fahrzeugschäden und -be­wer­tung“.
  • Die Beurteilung der Zer­ti­fi­zie­rung durch ZAK oder ifs ist in dieser Allgemeinheit aus den im Buch genannten Gründen un­zu­tref­fend.

Zu Rn. 687:
Das LG Wiesbaden lehnt in seinem Urteil v. 6.3.2018 – 9 S 34/14 (juris Rn. 16) die Ein­ho­lung eines Vorerkrankungsverzeichnisses ab, wobei es sich zwar wortreich mit dem im Buch zitierten Urteil des OLG München v. 15.4.2011 – 10 U 5655/10 (juris) aus­ei­nan­dersetzt, aber nicht mit dem gesamten komplexen Meinungsstand. Die Ei­gen­ge­setz­lich­keiten des Verkehrsunfallprozesses (siehe Buch Rn. 572 und 599) blieben dem LG Wiesbaden – wohl auch wegen fehlender Spezialisierung – leider verborgen.

Zu Rn. 693:
Auf die Pflicht des Gerichts, den Sachverständigen hinsichtlich des ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­halts und der rechtlichen Rahmenbedingungen anzuleiten, weist auch OLG Bamberg MDR 2018, 487 nach­drücklich hin.

Zu Rn. 695:
Schon Stein [siehe oben LV, S. 78] hatte betont: „Auch der Laie kann logische Sprünge, Unklarheiten und Widersprüche einer wissenschaftlichen Ausführung erkennen [...]“.

Zu Rn. 713, 714:
Das OLG Koblenz hat in seinem Hinweisbeschl. v. 12.7.2018 – 1 U 217/18 (BeckRS 2018, 24171 und MDR 2019, 57) seinen Standpunkt bekräftigt und in engster Anlehnung an die Ge­setzes­be­grün­dung einen
„schlüssigen Vortrag“ von Anhaltspunkten verlangt.

Zu Rn. 716:
Auch das OLG Düsseldorf hat sich dezidiert auf den Standpunkt gestellt, dass allein aus der Möglichkeit un­ter­schied­licher Wertung von Zeugenaussagen keine Pflicht des Be­ru­fungs­ge­richts zur (erneuten) Re­kon­struk­tion des Sachverhalts abgeleitet werden kön­ne, wenn nicht konkrete Anhaltspunkte für Zweifel an der Richtigkeit des Be­weis­er­geb­nisses hinzuträten (Urt. v. 20.7.2017 – I-11 U 32/15 [juris Rn. 21]).

Das OLG Frankfurt a. M. hat sich in BauR 2019, 282 (Rn. 21) dagegen der Ansicht des VIII. ZS des Bundesgerichtshofs angeschlossen (soweit es sich auch auf die Ent­schei­dung des VI. ZS v. 22.12.2015 – VI ZR 67/15 [NJW 2016, 713 Rn. 7] beruft, han­delt es sich um ein Fehlzitat – dort findet sich keine diesbezügliche Aussage).

Zu Rn. 716 (künftig Rn. 716a III. Revisibilität der berufungsgerichtlichen Ent­schei­dung über Zweifel):
Während die Verneinung von Zweifeln an den erstinstanzlichen tatsächlichen Fest­stel­lun­gen, wie sich aus der in Rn. 715 und 16 dargestellten Rechtsprechung ergibt, re­vi­si­bel ist, ist die Be­jahung von Zweifeln nicht angreifbar (BGH NJW 2004, 1458 [juris Rn. 11]; BGHZ 162, 313 [juris Rn. 12]; Zöller/Heßler § 529 Rn. 15; Musielak/Voit/Ball, § 529 Rn. 26), und zwar nicht nur, wenn die Tatsachenfeststellung in der Be­ru­fungs­in­stanz durch­ge­führt worden ist und zu neuen Erkenntnissen geführt hat, son­dern auch, wenn die (ergänzende) Beweisaufnahme angeordnet worden, aber er­geb­nis­los ge­blie­ben ist (BGH, Urt. v. 7.2.2019 – VII ZR 274/17 [juris Rn. 17]).

Zu Rn. 719:
Der Bundesgerichtshof hat in NJW 2018, 2334 (Rn. 11) seine st. Rspr. bekräftigt, dass ein Berufungsgericht eine erstinstanzlichen Par­tei­an­hö­rung nicht ohne eine erneute – eigene – Parteianhörung abweichend würdigen darf.

Zu Rn. 740a:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in NJW 2018, 3652 seine Rechtsprechung, dass § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO als ungeschriebenes Tat­be­stands­merk­mal das Erfordernis ha­be, dass die Rechtsansicht des Gerichts den erst­in­stanzlichen Sachvortrag der Partei beeinflusst hat (Rn. 20) und dass eine Nach­läs­sig­keit der Partei hier unschädlich sei (Rn. 22).

Zu Rn. 752:
Der Bundesgerichtshof bekräftigt in NJW 2018, 3097 (Rn. 9) seine im Buch dargestellte Rechtsprechung.

Zu Rn. 762:
Der Bundesgerichtshof hat nun in WM 2018, 2196 (Rn. 24–30) entschieden, dass der Vortrag einer Partei, dass ein Gestaltungsrecht (z. B. der Widerruf gemäß §§ 312b, 312g; 355 f. BGB) erst nach Schluss der erstinstanzlichen mündlichen Verhandlung aus­ge­übt worden ist, in der Berufungsinstanz generell (u. U. bis zur Grenze des Rechts­miss­brauchs) zu berücksichtigen ist und auch eine Prä­klu­sion nach § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 ZPO ausscheidet.

Berechtigte Kritik an dieser Entscheidung übt Lechner, Die Ausübung von Ge­stal­tungs­rech­ten im Be­ru­fungs­ver­fah­ren - eine „Einwendung der dritten Art“? - Zugleich Be­spre­chung von BGH WM 2018, 2196, in: WM 2019, 765 ff.

Zu Rn. 764a:
Für eine Berücksichtigung auch streitigen Vorbringens LG Detmold, Beschl. v. 21.10.2013 – 10 S 140/13 (juris Rn. 7, 8).

Zu Rn. 768 Fn. 2485:
Ebenso OLG Celle BauR 2017, 1045.

Zu Rn. 776:
§ 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG verweist auf die Vorschriften der ZPO über die Berufung in­so­weit, als das Arbeitsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Eine solche andere Be­stim­mung trifft § 67 ArbGG. Die Vorschrift regelt abschließend die Zulassung neuen Vorbringens (BAGE 113, 315 [Rn. 25 bei juris]). Neues Vorbringen ist danach grund­sätz­lich möglich, wohingegen § 531 Abs. 2 ZPO davon ausgeht, dass neues Vorbringen in der Berufungsinstanz grundsätzlich unzulässig und nur in Aus­nah­me­fäl­len zulässig ist (BAG a. a. O.).

Zu Rn. 793:
Die Pflicht zur Schriftsatzgewährung analog § 283 ZPO besteht auch, wenn erst in zwei­ter Instanz (erst­malig) nur ein mündliches Gutachten erstattet wird (BGH, Urt. v. 14.6.2018 – III ZR 54/17 [juris Rn. 28]).

Zu Rn. 812, 813:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in ZInsO 2018, 1379 (Rn. 6, 7) seine st. Rspr. zur Un­zu­lässigkeit einer Berufungseinlegung unter der Bedingung der PKH-Bewilligung und zu den insoweit geltenden Aus­le­gungs­grund­sätzen.

Das OLG Schleswig hat in seinem Beschl. v. 18.12.2018 – 7 U 148/18 (juris Rn. 11) in doch sehr gewagtem Rückgriff auf die vorgenannte Entscheidung des Bun­des­ge­richts­hofs bei PKH-Beantragung und ausdrücklicher Einlegung einer „be­ding­ten Be­ru­fung“ eine unbedingte Berufung angenommen, welche sie dann mit umfangreicher Be­grün­dung als offensichtlich aussichtslos nach § 522 Abs. 2 ZPO zurückwies.

Zu Rn. 828:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in NJW-RR 2018, 1270 seine Rechtsprechung, dass Wiedereinsetzung nur zu bewilligen ist, wenn die Partei nicht mit der Versagung der Prozesskostenhilfe wegen fehlender Kostenarmut rechnen musste, wobei dies bereits dann der Fall ist, wenn das Rechtsmittelgericht auf Zweifel hinsichtlich der Bedürftigkeit der Prozesspartei hingewiesen hat und diese vernünftigerweise davon ausgehen muss, dass sie die Zweifel nicht ausräumen kann.

Zu Rn. 836:
Wie die h. M. auch LAG Baden-Württemberg NZA-RR 2018, 43 (Rn. 11).

Zu Rn. 838:
Das OLG Köln hat in seinem Beschl. v. 05.11.2018 – 5 U 33/18 unter umfangreichen Nachweisen aus dem Schrifttum die These aufgestellt, dass ein Anwalt seinen Man­dan­ten auf die Möglichkeit einer Pro­zess­fi­nan­zie­rung durch einen Pro­zess­fi­nan­zierer hin­zu­wei­sen habe und ihn bei entsprechendem Auftrag darüber informieren müsse, wel­cher Pro­zess­fi­nan­zierer für den Mandanten besonders günstig ist (soweit das OLG Köln davon aus­geht, dass insoweit eine einheitliche Meinung im Schrifttum bestehe, ist dies aller­dings unzutreffend).

Zu Rn. 855 (künftig Rn. 855a):
Besondere Probleme ergeben sich im Arbeitsgerichtsprozess im Hinblick auf § 62 Abs. 1 Satz 3 ArbGG, wenn nach Einlegung der Berufung ein Umstand eintritt, der einem Wei­ter­beschäftigungsanspruch des Arbeitnehmers entgegenstehen könnte. Hier wer­den zwei Ansichten vertreten:

  • Zum einen wird am § 62 Abs. 1 Satz 3 ArbGG festgehalten, der eine eindeutige und abschließende Regelung darstelle. Der Arbeitgeber habe die Wahl zwischen Vollstreckungsgegenklage und Be­ru­fung. Wenn er sich für letztere entscheide, müs­se er die Konsequenzen für die Möglichkeit der Ein­stel­lung der Zwangs­voll­streckung tragen. Bloße Billigkeitserwägungen rechtfertigten eine analoge An­wen­dung des § 769 ZPO nicht (so LAG Hamm, Beschl. v. 10.11.2008 – 14 Sa 1507/08 [juris Rn. 6 ff.]; LAG Baden-Württemberg, Beschl. v. 18.8.2015 – 4 Sa 19/15 [juris Rn. 20] jedenfalls für den Fall, dass die Einwendung nach Schluss der letzten mündlichen Verhandlung erster Instanz, jedoch vor Ablauf der Be­ru­fungs­frist entstanden ist; LAG Baden-Württemberg NZA-RR 2018, 100).
  • Die herrschende Gegenansicht plädiert für eine solche analoge Anwendung des § 769 ZPO. Es sei dem Arbeitgeber nicht zumutbar, bei erst nach Ablauf der Be­ru­fungs­frist entstandenen Ein­wen­dun­gen seine Berufung teilweise wieder zu­rück­nehmen zu müssen, um eine zulässige Voll­streckungs­ge­gen­klage erheben zu kön­nen. Der Arbeitgeber müsste nachteilige Kostenfolgen hinnehmen, um sich ge­gen Zwangs­voll­streckungs­maß­nah­men zur Wehr setzen zu können, die zum Ziel hät­ten, einen Anspruch durchzusetzen, gegen den im Ergebnis durch­grei­fen­de materielle Einwendungen be­stün­den. Sinn der gesetzlichen Regelung in § 62 Abs. 1 Satz 3 ArbGG sei es nicht, dem Ar­beit­ge­ber, der ma­teriel­le Ein­wen­dun­gen ge­gen den zu voll­streckenden Anspruch erhebe, prozessuale Hinder­nisse in den Weg zu stellen (so LAG Berlin LAGE ArbGG 1979 § 62 Nr. 20; LAG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 25.9.2002 – 8 Sa 344/02 [juris Rn. 11 f.]; LAG Baden-Württem­berg LAGE ArbGG 1979 § 62 Nr. 34 [Rn. 15 ff.]; LAG Hamm, Beschl. v. 21.12.2010 – 18 Sa 1827/10 [juris Rn. 33 ff.]; LAG Rheinland-Pfalz, Beschl. v. 11.12.2012 – 10 Sa 422/12 [juris Rn. 13]; LAG Hamburg, Beschl. v. 20.3.2014 – 3 Sa 2/14 [juris]; Hohmann, ArbGG, § 62 Rn. 3; GMP/Schleuser § 62 ArbGG Rn. 22a).

Zu Rn. 874 Fn. 2773:
Der Bundesgerichtshof hatte zu dem (seinerzeitigen) Erfordernis der fünfjährigen Be­rufs­pra­xis als Vor­aus­setzung der OLG-Zulassung in seinem Beschl. v. 12.1.2004 (BRAK-Mitt. 2/2004, 1) sehr treffend ausgeführt:

    „Dass durch das Gesetz zur Reform des Zivilprozesses v. 27.7.2001(BGBl. I, 1887) der Prüfungsumfang des Be­ru­fungs­ge­richts ein­ge­schränkt wor­den ist (vgl. §§ 529, 531 ZPO), wodurch die er­ste In­stanz an Be­deu­tung ge­won­nen hat, recht­fer­tigt – entgegen der Ansicht des Ast. – nicht, jeden RA, der bei der ersten In­stanz zu­ge­las­sen ist, auch vor dem OLG auftreten zu lassen. Durch die Ein­schrän­kung des Prü­fungs­um­fangs des Be­ru­fungs­ge­richts ist die Auf­ga­be des Be­ru­fungs­an­walts, ins­be­son­de­re die Be­ur­tei­lung, wel­che Angriffs- oder Ver­tei­di­gungs­mit­tel jetzt noch zu­läs­si­ger­wei­se vor­ge­bracht wer­den kön­nen, nicht ein­fa­cher ge­wor­den, sondern eher schwieriger.“

Zu Rn. 906:
Bei juristischen Personen des Privatrechts genügt dabei die Angabe der im Han­dels­re­gi­ster angegebenen Geschäftsanschrift, sofern dort gemäß § 170 Abs. 2 ZPO Zu­stel­lun­gen an den Leiter, also bei juristischen Personen an deren Organ als ge­setz­li­chen Vertreter, oder den rechtsgeschäftlich bestellten Vertreter im Sinne von    § 171 ZPO be­wirkt werden können; die Angabe des Sitzes der tatsächlichen Ge­schäfts­tä­tig­keit ist dagegen nicht erforderlich (BGH GRUR 2018, 1181 [Rn. 17, 18]).

Zu Rn. 907:
Vossler bespricht in MDR 2018, 76 f. zustimmend die in Fn. 2846 genannte Ent­schei­dung BGH MDR 2017, 1318 und weist zu Recht auf die Notwendigkeit „größt­möglicher Aufmerksamkeit und Sorgfalt“ bei der Abfassung einer Be­ru­fungs­schrift so­wie der Bei­fü­gung einer Urteilsabschrift (ggf. bereits mit der Über­mittlung der Be­ru­fungs­schrift per Telefax) hin.

Zu Rn. 911:
Der Bundesgerichtshof hat in WM 2019, 204 seine im Buch dargestellte Recht­spre­chung be­stä­tigt.

Auch in seinem Urt. v. 6.6.2019 – III ZR 83/18 – juris bestätigt der Bundesgerichtshof sei­ne st. Rspr. Der Entscheidung lag folgender prozessualer Sachverhalt zugrunde: Die Beklagte hatte gegen das landgerichtliche Urteil, das der Klägerin, die aus ab­ge­tre­ten­em Recht ihres Ehemanns, des Drittwiderbeklagten klagte, Recht gegeben und die Dritt­widerklage abgewiesen hatte, Berufung eingelegt, wobei sie die Klägerin im Rubrum der Berufungsschrift als „Klägerin und Berufungsbeklagte“ und den Dritt­wi­der­be­klag­ten als „Drittwiderbeklagten und Berufungsdrittwiderbeklagten“ bezeichnet und der Rechts­mit­tel­schrift je zwei beglaubigte und einfache Abschriften beigefügt hatte. Die ge­gen den Drittwiderbeklagten gerichtete Berufung hat das Kammergericht durch Teilurteil als un­zu­läs­sig verworfen, weil schon nicht ersichtlich sei, dass sich die Berufung auch ge­gen die Abweisung der Drittwiderklage gerichtet habe und i. Ü. die Berufung insoweit nicht fristgerecht begründet worden sei. Der Bundesgerichtshof hob das Be­ru­fungs­ur­teil auf, wobei er seine Entscheidung in Rn. 6 mit zahlreichen Belegen auf ei­ne Ver­let­zung der Artt. 2 Abs. 1; 20 Abs. 3 GG stützt, um anschließend ohne wei­te­ren Rück­griff auf das Ver­fas­sungs­recht die Fehlerhaftigkeit des Berufungsurteils aus rein zi­vil­pro­zes­sua­len Grün­den auf­zu­wei­sen.

Zu Rn. 940–942:
Das Thema „Unterschrift des Rechtsanwalts“ ist offenbar unerschöpflich. So musste sich der Bundesgerichtshof in seinem Beschl. v. 31.01.2019 – III ZB 88/18 mit einer so blassen Unterschrift befassen, dass sie auf den per Telefax übertragenen Exemplaren nicht mehr lesbar war. Der Bundesgerichtshof hat zu Recht eine solche lebensfremde Hand­habung als mit § 130 Nr. 6 ZPO unvereinbar angesehen. Ablehnende Besprechung dagegen von Vollkommer, MDR 2019, 566 f. mit dem ebenso altbekannten wie un­zu­tref­fen­den Argument, § 130 Nr. 6 ZPO sei nur als Soll-Vorschrift ausgestaltet (zu den Soll-Vorschriften siehe eingehend Rn. 1282).

Zu Rn. 959:
Der Bundesgerichtshof hat in seinem Beschl. v. 8.5.2019 – XII ZB 8/19 (juris Rn. 10) seine st. Rspr. (NJW 2008, 2649; 2015, 1527 [Rn. 10]) bestätigt, dass eine per E-Mail-Anhang als pdf-Datei übermittelte Berufungsschrift (gleiches gilt für die Be­ru­fungs­be­grün­dungs­schrift) erst dann rechtzeitig eingegangen ist, wenn der im Ori­gi­nal ei­gen­hän­dig unterschriebene Schriftsatz vom Gericht vor Fristablauf ausgedruckt wor­den ist.

Die gegenteilige Entscheidung BSG, Beschl. v. 12.10.2016 – B 4 AS 1/16 R (BSGE 122, 71 = NJW 2017, 1197) hat entgegen zustimmender Kom­men­tie­run­gen im Schrifttum (Müller, BGH hält an „ERV light“ fest: Entscheidet der Wachtmeister über die Zulässigkeit? https://tinyurl.com/y2x4eg8t [16.6.2019]; ihm folgend Windau www.zpoblog.de/?p=7469 [16.6.2019]) im Zivilprozess schon wegen ihrer Inkonsistenz keine Bedeutung. Im Leitsatz heißt es nämlich zunächst umfassend:

    „Wird eine Datei, die eine Berufungsschrift enthält, ohne erforderliche qualifizierte elektronische Signatur über das elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach übermittelt, entspricht ihr Ausdruck durch das Gericht, unabhängig davon, ob diese Datei eine Unterschrift enthält oder auf welche Weise diese Unterschrift ge­ne­riert wurde, nicht den Anforderungen an die Schriftform einer Be­ru­fungs­schrift.“

In Rn. 25 wird dann aber die an sich nach § 2 Abs. 1 RsprEinhG notwendige Anrufung des GmS-OGB dadurch umgangen, dass auf eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che Be­son­der­heit des Falles verwiesen wird:

    „Der BGH wiederum wäre in der hier vorliegenden Konstellation, wie vom LSG zutreffend dargelegt, im Ergebnis ebenso wie der Senat nicht von einer form­wirk­samen schriftlichen Berufung ausgegangen, weil er die eigenhändige Un­ter­schrift des Schriftsatzes vor dem Digitalisierungsvorgang fordert (BGH Beschluss vom 18.3.2015 - XII ZB 424/14 - RdNr 13). Hier enthält der elektronisch übermittelte Berufungsschriftsatz der Klägerin nach den Feststellungen des LSG nicht deren eigenhändige Unterschrift, sondern eine lediglich in das elek­tro­ni­sche Do­ku­ment eingefügte elektronische Bilddatei mit der Darstellung einer hän­dischen Un­ter­schrift.“

Auch eine Verfassungsbeschwerde kann nicht per E-Mail eingelegt werden (BVerfG, Beschl. v. 19.11.2018 – 1 BvR 2391/18 [juris]).

Zu Rn. 960a (künftig: Rn. 960b „c) Berufungseinlegung per De-Mail“):
Der in § 130a Abs. 1, 3, 4 Nr. 1 ZPO vorgesehene sichere Übermittlungsweg der De-Mail hat kaum praktische Bedeutung. Eine Verfassungsbeschwerde kann nicht per De-Mail ein­ge­legt werden, weil sich im BVerfGG keine Verweisung auf § 130a ZPO findet(BVerfG, Beschl. v. 19.11.2018 – 1 BvR 2391/18 [juris]).

Zu Rn. 962a:
Die Übermittlungsmöglichkeit des § 130a ZPO hat, wie vorauszusehen war, eine Vielzahl neuer Probleme aufgeworfen. Aus der Rechtsprechung siehe etwa jüngst OLG Braunschweig, Beschl. v. 8.4.2019 – 11 U 164/18 (juris).

Zu den Literaturhinweisen:
Müller, eJustice – Der elektronische Rechtsverkehr tritt aus der Nische, JuS 2018, 1193 ff. und umfassend Bernhardt/Leeb, Elektronischer Rechtsverkehr, in: Heckmann, jurisPK-Internetrecht, 6. Aufl. Saarbrücken 2019, Kap. 6.

Zu Rn. 972:
Der Bundesgerichtshof hat in MDR 2018, 1457 (Rn. 9 bei juris) klargestellt, dass die Vorfrist selbst nicht in der Handakte eingetragen werden muss.

Zu Rn. 988:
Wie hier jetzt der III. ZS des BGH in NJW 2018, 952 (Rn. 14) und der VIII. ZS in NJW 2018, 1022 (Rn. 15) jew. ohne Erwähnung der Entscheidung des VI. ZS in NJW-RR 2018, 311 (Rn. 10), wo die Frage – für den Fall des Ausbleibens der be­an­trag­ten Ak­ten­ein­sichts­be­willigung – noch offengelassen worden war. Schwenker (siehe LV) hat die Recht­spre­chung des Bundesgerichtshofs nochmals zusammengefasst.

Eine Wiedereinsetzung kommt nur bei rechtzeitigem Akteneinsichtsgesuch in Betracht, welches nicht ge­ge­ben ist, wenn es (gerade) noch vor Ablauf der Rechts­mittelbegrün­dungsfrist bei Gericht eingegangen ist, BGH NJW-RR 2018, 311.

Zu Rn. 989 (Fn. 3083) und 1009 (Fn. 3111):
Die unter MDR 2005, 288 zitierte BAG-Entscheidung ist in der amtlichen Sammlung un­ter BAGE 112, 222 veröffentlicht.

Zu Rn. 991:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in NJW-RR 2018, 1210 seine Recht­spre­chung zu den Organisationspflichten eine Rechtsanwalts im Hinblick insbesondere auf die Mög­lich­keit ei­nes krankheitsbedingten Ausfalls.

Zu Rn. 1003:
Für die Terminsverlegung nach § 227 Abs. 1 ZPO ist es anerkannt, dass eine geplante und erstrecht bereits gebuchte Urlaubsreise des Prozessbevollmächtigten einen zwin­gen­den Verlegungsgrund darstellt, wobei sich die Partei nicht auf eine Vertretung durch einen etwaigen Sozius des Prozessbevollmächtigten verweisen lassen muss (BGH, Beschl. v. 24.1.2019 – VII ZR 123/18 [juris Rn. 23] unter Bezugnahme auf OLG Frankfurt a. M. NJW 2008, 1328).

Zu Rn. 1028:
Bei einem Antrag auf Verlängerung der Berufungsbegründungsfrist in Räumungs­sachen muss der Anwalt damit rechnen, dass der Vorsitzende im Hinblick auf das in § 274 Abs. 4 ZPO verankerte Be­schleu­ni­gungsgebot im Rahmen seines rich­terlichen Er­mes­sens ab­weichend vom Verlängerungsantrag nur eine Frist­ver­längerung von we­ni­gen Tagen oder gar Stunden bewilligt; § 274 Abs. 4 ZPO führt aber weder zu einer Erhöhung der Darlegungslast für den geltend gemachten Verlängerungsgrund noch gar dazu, dass einem Verlängerungsantrag grundsätzlich nicht stattzugeben wäre (BGH NJW 2018, 1400 [Rn. 27, 28] gegen etwa Schmid ZMR 2013, 417 [418] und Kern/Diehm/ Bau­de­win, ZPO, Berlin 2017 § 272 Rn. 16).

Zu Rn. 1038 :
Praxishinweis 1 (2. Spiegelpunkt):
Ein Postausgangsbuch kann ein geeignetes Mittel sein, um die erforderliche Aus­gangs­kon­trolle zu gewährleisten (so jetzt erneut BGH MDR 2018, 295). Dies gilt aber nicht (BGH a. a. O.), wenn der fragliche Schriftsatz erst nach Eintrag im Post­aus­gangs­buch kuvertiert und zur Post gegeben wird oder zwischen dem Eintrag und der Auf­gabe des Schriftstücks ein längerer Zeit­raum liegt, da dann keine zuverlässige Kontrolle möglich ist, ob die Ab­sen­dung fristgerecht erfolgt ist.

Praxishinweis 2:
1. Spiegelpunkt:

Die Notwendigkeit einer Vorfrist wird jetzt auch von OLG Dresden MDR 2017, 786 betont.
4. Spiegelpunkt:
Der VI. ZS des BGH bestätigt in NJW-RR 2017, 1532 (Rn. 12) und im Beschl. v. 20.2.2018 – VI ZB 47/17 (juris Rn. 10), dass ein Anwalt sich vor Ablauf der ur­sprüng­lichen Berufungsbegründungsfrist nicht beim Ge­richt erkundigen müsse, ob der Verlän­ge­rungs­antrag recht­zei­tig eingegangen ist und ob ihm statt­ge­ge­ben wurde.

Zu Rn. 1056:
Der heute h. M. folgt auch Krüger-Doyé, jurisPR-PrivBauR 5/2018 Anm. 4.

Zu Rn. 1058:
Einen Fall, wo ein Antrag auf Zurückverweisung aus Kläger­sicht zweifelsfrei untunlich wäre (während aus der Sicht des antragstellenden Beklagten wohl der Wunsch, auch nach einer Pro­zess­dauer von 13 Jahren und zweimaliger Aufhebung und Zurück­ver­wei­sung weiter ein für ihn negatives Ur­teil zu verhindern, im Vordergrund stand), be­spricht Windau www.zpoblog.de/?p=6311 (zu BGH WM 2018, 897).

Zu Rn. 1069:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in seinem Beschl. v. 7.12.2018 – VIII ZR 146/18 (BeckRS 2018, 33337) die st. Rspr., wonach in der Berufungsinstanz Anträge nach § 712 ZPO gestellt werden müssen, andernfalls eine einstweilige Einstellung der Zwangs­voll­strec­kung in der Revisionsinstanz ausscheidet.

Nach Ansicht des VIII. ZS gilt dies auch, wenn das Berufungsgericht irrtümlich die Vor­aus­setzun­gen des § 713 ZPO (Unanfechtbarkeit seines Urteils) angenommen und des­halb von der (zwingenden) Anordnung einer Abwendungsbefugnis nach § 711 ZPO ab­ge­sehen hat (außer der vorgenannten Entscheidung WuM 2003, 637; 2004, 553; 2012, 510; 2018, 221; anders dagegen WuM 2007, 545). Anders aber der V. ZS (WuM 2007, 545), der VI. ZS (NJW-RR 2017, 127), der IX. ZS (BeckRS 2003, 03561), der X. ZS (NJW-RR 2007, 1138) und der XII. ZS (VersR 2010, 536).

Zu Rn. 1078:
Die Überlegenheit und Vorzugswürdigkeit der Entscheidung durch einen Spruchkörper gegenüber der durch einen Einzelrichter wird auch von BGH NStZ 2011, 52 („struk­turelle Überlegenheit“ der Dreier­besetzung gegenüber Besetzungsreduktion nach § 76 Abs. 2 GVG a. F.) sowie von Fölsch (siehe oben LV), S. 169 sub 3 und Paulsen (siehe oben LV), passim betont.

Die Entscheidung BVerfGK 15, 537 = BVerfG NJW-RR 2010, 268 (Rn. 22), wonach das Kollegium kein „besseres Gericht“ als der Einzelrichter nach §§ 68 Abs. 1 Satz 4, 66 Abs. 6 GKG sei, steht dem nicht entgegen, weil es sich insoweit nicht um eine Grund­satzaussage handelt, wie sich schon aus der späteren Entscheidung BVerfGK 18, 220 (Rn. 7) ergibt, sondern um eine Hilfserwägung im Rahmen der zu ent­schei­den­den Ab­gren­zung Einzelrichter/Kollegium.

Zu Rn. 1088:
Einen einheitlichen Grund im Sinne der ersten Ausnahme hat der Bundesgerichtshof auch Im Fall des § 133 Abs. 1 Satz 2 InsO (Vermutung der Kenntnis des Anfechtungs­gegners vom Benachteiligungsvorsatz des Schuldners) angenommen, weil  die Kennt­nis von drohender oder bereits eingetretener Zah­lungs­un­fähigkeit regelmäßig die Kennt­nis der Gläubigerbenachteiligung indiziert, ZInsO 2018, 447 (Rn. 12, 13).

Zu Rn. 1091:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in seinen Beschlüssen v. 15.5.2018 – II ZB 10/17 (juris Rn. 11) und v. 29.11.2018 – III ZB 19/18 (NJW-RR 2019, 180 Rn. 11) seine st. Rspr. zu den Anforderungen an eine Berufungsbegründung in Fällen der sog. Mehr­fach­be­grün­dung.

Zu Rn. 1102 Fn. 3409:
Das Bundesarbeitsgericht bestätigt seine st. Rspr. in NZA 2018, 541 (Rn. 16).

Zu Rn. 1103, 1125 und 1126:
Die genannten Grundsätze gelten auch im familiengerichtlichen Verfahren (BGH NJW-RR 2018, 386 (Rn. 8, 9).

Auch die Instanzgerichte betonen immer wieder die Notwendigkeit einer eingehenden und inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Gründen des angefochtenen Urteils (so KG, Beschl. v. 1.10.2018 – 26 U 99/17 [juris Rn. 78–80]; LAG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 10.7.2018 – 6 Sa 502/17 [juris Rn. 24–27]).

Zu Rn. 1108 Fn. 3441:
Ebenso OLG München, Urt. v. 22.12.2017 – 10 U 429/17 (juris Rn. 33).

Zu Rn. 1109:
Der Text im Buch ist nicht dahin zu verstehen, dass die Einhaltung der sonstigen For­ma­lien einer Berufungsbegründung, insbesondere die Antragstellung entbehrlich wäre. Das LAG Erfurt verlangt in seinem Urt. v. 10.10.2005 – 7/4/7 Sa 356/04 (juris) eine ex­pli­zi­te Antragstellung und eine weitere Begründung dahin, was in erster Instanz be­an­tragt worden war. Gravenhorst hat dies in seiner Besprechung jurisPR-ArbR 20/2006 Anm. 3 zu Recht kritisiert. Es ist daran zu erinnern, dass ein ausdrücklicher Antrag zwar immer sinnvoll ist, aber sein Fehlen nicht zur Unzulässigkeit der Berufung führt (siehe näher Berufung Rn. 1043). Was die weitere Begründung angeht, ist dem Lan­des­ar­beits­gericht zuzugeben, dass die Klägervertreterin insofern ungeschickt agiert hat, als sie neben dem erstinstanzlichen Protokoll auch ihren Klageschriftsatz hätte vorlegen kön­nen. Auf dessen Fehlen hätte das Landesarbeitsgericht aber vorliegend, wie Gra­ven­horst zutreffend betont, nach § 139 ZPO hinweisen müssen, weil das ganze Be­ru­fungs­verfahren durch ein nicht nachvollziehbares Versagen des ArbG Nordhausen ausgelöst worden war.

Zu Rn. 1111–1114:
Der 70. Deutsche Juristentag 2014 in Hannover hat mit deutlicher Mehrheit (50:26:6) be­schlossen, dass in der Berufungsbegründung die Erheblichkeit der erhobenen Rügen darzulegen ist (Beschluss Nr. 25). Es ist erfreulich, dass sich die Mehrheit der an­we­sen­den Juristen dem eindeutigen Gesetzeswortlaut ( § 513 Abs. 1 Var. 1 ZPO) an­ge­schlos­sen hat.

Zu Rn. 1113:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in NJW-RR 2018, 1003 (Rn. 13) seine st. Rspr., dass bei einer Rüge der Verletzung der Hinweispflicht nach § 139 ZPO dargelegt werden muss, was bei einem ent­spre­chenden Hinweis vorgetragen worden wäre.

Zu Rn. 1127:
Auch im Arbeitsgerichtsverfahren gilt, dass die Einholung eines Privatgutachtens i.d.R. sachdienlich ist, wenn Parteivortrag ohne ein Sachverständigengutachten nicht mög­lich ist, etwa ein nachteiliges, vom Ge­richt eingeholtes Sach­ver­ständigengutachten nicht er­schüttert werden kann (LAG Schleswig-Hol­stein, Beschl. v. 19.10.2017 – 6 Ta 121/17 [juris] unter Hinweis auf BGH NJW 2017, 1397 [m. Anm. Hille zum Bau­pro­zess]).

Zu Rn. 1128:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in MDR 2018, 1406 seine st. Rspr.

Zu Rn. 1133 (künftig Rn. 1133a):
Obwohl § 67 ArbGG die Anwendung des § 531 ZPO ausschließt (siehe oben Rn. 776), sind nach herrschender und richtiger Ansicht auch im arbeitsgerichtlichen Be­ru­fungs­ver­fah­ren gemäß § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 ZPO die Tatsachen vorzutragen, die die Zulassung neuer Angriffs- und Verteidigungsmittel in der Berufungsinstanz nach § 67 Abs. 2, 3 ArbGG begründen können (BAGE 122, 190 [Rn. 18 bei juris]; LAG Hamm, Urt. v. 28.9.2004 – 6 Sa 579/04 [juris Rn. 34]; v. 4.7.2007 – 6 Sa 21/07 [juris Rn. 13]; v. 30.4.2008 – 6 Sa 1800/07 [juris Rn. 23]; v. 8.10.2013 – 7 Sa 888/13 [juris Rn. 89]; v. 11.10.2018 – 17 Sa 565/18 [juris Rn. 74–78]; LAG Düsseldorf LAGE § 66 ArbGG 1979 Nr. 23 [Rn. 34 bei juris] mit Anmerkung Diller ArbR 2017, 450; Schäder, ArbRB 2007, 268;   a. A. LAG Berlin, Urt. v. 11.4.2003 – 6 Sa 2262/02 [juris Rn. 11]; StGH Baden-Württemberg ESVGH 65, 28 = NZA 2015, 506 [Rn. 67 ff.] ohne Erwähnung der ge­gen­tei­li­gen Rspr. mit Anm. Ulrici, jurisPR-ArbR 3/2015, Anm. 2, welcher der Ent­schei­dung un­ter He­raus­ar­beitung ihrer groben dogmatischen Fehler nur im Er­gebnis zustimmt, wo­bei auch er sich nicht mit der gegenteiligen, z. T. höchstrichterlichen Rspr. aus­ei­nan­dersetzt; GMP/Schleusener § 64 ArbGG Rn. 76; Holthaus/Koch, RdA 2002 Nr. 153; ohne Begründung offengelassen von BAG in den Parallelentscheidungen v. 17.2. und v. 1.3.2016 – 2 AZR 613/14 bzw. 2 AZR 838/14 [juris Rn. 16 bzw. 17]). Ob die Verspätung tatsächlich auf einer Nachlässigkeit beruht, ist dann eine Frage der Begründetheit des Rechtsmittels.

Für das familiengerichtliche Beschwerdeverfahren nach § 117 FamFG verneint der Bun­des­ge­richtshof dagegen in seinem Beschl. v. 5.12.2018 – XII ZB 418/18 (juris Rn. 8) un­ter bloßer Berufung auf „Haußleiter/Eickelmann FamFG 2. Aufl. § 117 Rn. 13“ die An­wend­barkeit des § 531 ZPO, weil § 117 FamFG nicht auf  § 531 ZPO ver­weisen würde. Zustimmende Anmerkung von Haberland, jurisPR-BGHZivilR 3/2019 Anm. 4 und Götsche, jurisPR-FamR 11/2019 Anm. 5 (jeweils ohne eigenständige Begründung).

Zu Rn. 1138:
Die Zurückverweisung an eine andere Abteilung des Amtsgerichts oder eine andere Zi­vil­kammer wird auch vom LG Görlitz in seinem Urt. v. 30.5.2003 – 2 S 147/02 [juris Rn. 23] und neuerdings von Gravenhorst, Zurückverweisung und gesetzlicher Richter, NJW 2018, 2161 (2163) abgelehnt (Letzterer schlägt aber ebd. S. 2064 eine Übernahme des § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO in das Berufungsrecht vor).

Zu Rn. 1158, 1159:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in NJW 2019, 1082 seine im Buch unter Rn. 1158 dar­ge­stell­te Rechtsprechung für eine auf „nicht einmal einer Seite erstellte Darstellung des Tagesablaufs der Klägerin vor dem Unfall“.

RiBGH Bacher hat in seiner Besprechung (MDR-Blog v. 28.12.2018, https://blog.otto-schmidt.de/mdr/feed/) zu Recht empfohlen, „den Inhalt jeder Anlage im Rahmen der Bezugnahme kurz zu erläutern“.

In einer weiteren Besprechung stellt Skamel NJW 2019, 1083 f. zunächst nochmals die einschlägige BGH-Rechtsprechung dar und behandelt dann die im Buch unter Rn. 1159 er­ör­terte Möglichkeit, in elektronischer Form vorhandene Anlagen in einen elektronisch er­stell­ten Schriftsatz zu integrieren und so das Problem unzulässiger Bezugnahmen zu um­ge­hen.

Zu Rn. 1161:
Der Bundesgerichtshof betont in MDR 2018, 983 (Rn. 6), dass ein Be­ru­fungsgericht die Berufung nicht allein deshalb verwerfen dürfe, weil der Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stands nicht glaubhaft gemacht worden ist, vielmehr habe es insoweit auf Grund ei­ge­ner Lebenserfahrung und Sachkenntnis unter amts­we­gi­ger Auswertung des Ak­ten­in­halts nach freiem Ermessen zu schätzen.

Zu Rn. 1167:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in seinem Beschl. v. 25.9.2018 – XI ZB 6/17 (juris Rn. 9) die ständige höchstrichterliche Rechtsprechung, dass die Unterzeichnung einer Rechtsmittelschrift (hier Berufungsschrift) mit „i. V.“ wirksam ist.

Zu Rn. 1170a Fn. 3608:
In MDR 2018, 296 f. bestätigt der Bundesgerichtshof seine st. Rspr.

Zu Rn. 1222:
Mit der Beschlusszurückweisung befasst sich  aus anwaltlicher Sicht Waclawik (siehe oben LV), S. 1641 f., ohne neue Argumente zu bringen. Ebenso wenig originell ist die Ab­hand­lung von Gellner/Günter, Abschaffung des § 522 Abs. 2 ZPO im Arzt­haf­tungs­recht, MedR 2018, 866–868.

Zu Rn. 1236:
Die einhellige oberlandesgerichtliche Rechtsprechung wird fortgeführt von OLG Braun­schweig, Beschl. v. 21.11.2018 – 10 U 90/18 (juris Rn. 217) und OLG Dresden, Beschl. v. 23.4.2019 – 4 U 262/19 (juris Rn. 14).

Zu Rn. 1241 Fn. 3734:
Ebenso OLG München, Hinweisbeschl. v. 24.2.2015 – 10 U 4467/14 (juris Rn. 3).

Zu Rn. 1250 Fn. 3747:
Wie die h. M auch OLG München, Beschl. v. 29.10.2014 – 23 U 5018/13 (juris); v. 15.10.2015 – 23 U 1774/15 (juris); OLG Bamberg, Beschl. v. 17.8.2015 – 1 U 143/14 (juris); OLG Braunschweig, Beschl. v. 21.11.2018 – 10 U 90/18 (juris Rn. 219).

Zu Rn. 1271:
Nach Schluss der letzten mündlichen Verhandlung in erster Instanz angekündigte ge­än­derte Anträge, die nach § 296a ZPO zu Recht unberücksichtigt geblieben waren, sind in der Berufungsinstanz nach § 533 ZPO zu behandeln und verlieren bei einer Be­schluss­zu­rück­weisung analog § 524 Abs. 4 ZPO ihre Wir­kung (OLG Frankfurt a. M., Beschl. v. 15.2.2018 – 3 U 176/15 [juris Rn. 26, 28]).

Keine Anwendung findet die in Rn. 1271 dargestellte Rechtsprechung dagegen auf eine Erweiterung des Berufungsangriffs, wenn und soweit sie sich im Rahmen der erst­in­stanz­li­chen Beschwer bewegt, weil dann kein neuer Streitstoff eingeführt wird, BGH, Beschl. v. 21.2.2019 – IX ZR 190/18 (juris Rn. 5).

Zu Fn. 3790: Für nachgeschobene Kündigungen LG Berlin WuM 2017, 655, für Hilfs­anträge OLG Frankfurt a. M., Beschl. v. 14.8.2017 – 19 U 30/17 (juris Rn. 24–27.

Zu Fn. 3793: Ebenso BGH NJW 2017, 2623.

Zu Rn. 1276:
Der Bundesgerichtshof hat in seinem Beschl. v. 21.11.2017 (NJW-RR 2018, 303 [Rn. 12]) mit erfreulich klaren Worten festgestellt, dass das Verfahren nach § 522 Abs. 2 ZPO nicht voraussetzt, dass eine Be­ru­fungs­erwiderung eingegangen oder dem Beru­fungs­beklagten ergebnislos eine Frist zur Erwiderung ge­setzt worden ist.

Soweit Elzer in seiner Anmerkung (FD-ZVR 2018, 400702) einschränkend meint, bei er­heb­li­chen neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel müsse zwingend die Be­ru­fungs­er­wi­derung abgewartet werden, ist dem aus den im Buch dargelegten Grün­den nicht zu fol­gen.

Zu Rn. 1286b:
Auch die Kammerentscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ergehen in der Regel im Umlaufverfahren, vgl. eingehend Kranenpohl (siehe LV), S. 123 ff.

Zu Rn. 1288:
Wohin die Zulassung von Kurzbegründungen führt, zeigt die Hinweisverfügung des OLG München v. 6.7.2015 – 9 U 1184/14 Bau (juris), wo das Ersturteil in sieben Zeilen, z. T. im Konjunktiv, ver­tei­digt wird.

Das OLG Braunschweig hat in seinem Beschl. v. 21.11.2018 – 10 U 90/18 (juris Rn. 219) erfreulich deutlich betont, dass aus der Länge des Hinweises oder des Zu­rück­wei­sungs­beschlusses nichts gegen die Zulässigkeit einer Be­schluss­zu­rück­wei­sung her­ge­lei­tet wer­den kann:

    „Der Umfang eines Zurückweisungsbeschlusses ist kein Kriterium, das einer Ent­schei­dung nach § 522 Abs. 2 ZPO entgegensteht. Die Offensichtlichkeit der feh­len­den Erfolgsaussicht ist das Entscheidende. Der Umfang der Ent­schei­dungs­be­grün­dung ist – in den Grenzen der §§ 329, 313 Abs. 2 und 3 ZPO – ins­be­son­dere durch die Beantwortung der Erwägungen geprägt, die die aufgrund der an­ge­foch­te­nen Entscheidung unterlegene Partei macht. Sind diese um­fang­reich, was für sich genommen nichts mit der Frage der Erfolgsaussicht zu tun hat, sind re­gel­mä­ßig auch deren Wiedergabe in der Entscheidung und deren Begründung von ei­ni­gem Umfang. Das ist auch kein Indiz dafür, dass eine mündliche Verhandlung im Sinne von § 522 Abs.  2 Satz  1 Nr.  4 ZPO geboten wä­re.“

Zu Rn. 1289:
Wie die überwiegende Rechtsprechung auch

  • OLG Rostock, Beschl. v. 30.4.2008 – 1 U 136/07 (juris Rn. 16, 18, 27), wobei die Setzung einer Frist von zwei Wochen mit dem Zusatz versehen wurde, „eine erste Verlängerung der Frist um nicht mehr als zwei Wochen auf (kurz) be­gründeten Antrag [könne] als stillschweigend bewilligt an­ge­se­hen wer­den“ (Rn. 28);
  • OLG Frankfurt a. M., Beschl. v. 5.11.2015 – 3 U 123/15 (juris Rn. 5), das sich aber zu Unrecht  u. a. auf Hommerich/Prütting/Ebers/Lang/Traut, S. 206 beruft (sie­he da­zu die Ausführungen im Buch).

Zu Rn. 1289a:
Ein weiteres Beispiel für einen übertriebenen Wunsch nach Verfahrensbeschleunigung bie­tet der Hin­weisbeschluss des OLG Koblenz v. 6.6.2017 – 5 U 200/17, der Ge­gen­stand der Ent­scheidung des Bundesgerichtshofs NJW 2018, 3316 ist.

In dem 15-seitigen Hinweisbeschluss in einer Arzthaftungssache, der dem Klä­ger­ver­tre­ter am 8.6.2017 zugestellt worden war, hatte das OLG Koblenz eine Replikfrist bis zum 29.6.2017 gesetzt, also de facto eine solche von drei Wochen. Zur Fristsetzung wurde ausgeführt, dass die übliche Frist zur Stellungnahme gemäß §§  522, 277 Abs. 3 ZPO zwei Wochen betrage, der Senat die Frist aber von vornherein großzügiger bemessen habe, um der Partei eine hinreichende Überlegungsfrist zu gewährleisten und Frist­ver­län­gerungsgesuche überflüssig zu machen. Frist­ver­län­ge­run­gen seien deshalb auf ab­so­lu­te Aus­nah­me­fäl­le beschränkt, weil sie in der ersten Fristsetzung bereits be­rück­sich­tigt seien. Nicht prüffähige, pauschale Behauptungen genügten für eine Frist­ver­län­ge­rung nicht. Ein Fristverlängerungsgesuch vom 9.6.2017, das damit be­grün­det wurde, dass der Klägervertreter als alleiniger Sachbearbeiter in der Zeit vom 9. bis ein­schließ­lich 26. Juni 2017 urlaubsbedingt abwesend sei und eine notwendige Besprechung mit dem Kläger erst nach Rückkehr aus dem Urlaub erfolgen könne, wurde unter Be­zug­nah­me auf den vorgenannten Hinweis zurückgewiesen. Mit Beschl. v. 30.6.2017 wies das Ober­landesgericht die Berufung des Klägers zurück.

Der Bundesgerichtshof hob den Be­ru­fungs­zu­rück­wei­sungs­be­schluss angesichts der st. Rspr. des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts seit BVerfGE 49, 212 (215) zur Notwendigkeit der Setzung ausreichend langer Fristen wegen Verstoßes gegen Art. 103 Abs. 1 GG zu Recht auf. Der Klägervertreter hatte, wie der Bundesgerichtshof betont, sein Frist­ver­län­ge­rungs­ge­such gerade nicht mit „nicht prüffähigen, pauschalen Be­haup­tun­gen“ be­grün­det. Dass der angefochtene Beschluss auch inhaltlich un­zu­tref­fend war, rundet das Bild ab.

Soweit Prütting, MedR 2019, 146 einen Rechtsverstoß des OLG Koblenz darin sieht, dass es entgegen der im Gesetzgebungsverfahren erörterten Notwendigkeit einer münd­li­chen Verhandlung in Arzthaftungssachen im Beschlusswege entschieden hat, fin­det sich hierzu in der Entscheidung des Bundesgerichtshofs nichts, abgesehen da­von, dass die entsprechende Äußerung des BT-Rechtsausschusses schon ihrem Wort­laut nach nicht zwingend ist und in geeigneten Fällen von der Rechtsprechung un­be­achtet bleibt (vgl. Buch Fn. 3717).

Zu Rn. 1290:
Zuständig für die Fristverlängerung ist im Falle der Hinweisverfügung der Vorsitzende, der ja auch die ursprüngliche Frist gesetzt hatte (vgl. ganz allgemein BGH VersR 1982, 1191 [1192]; 1984, 894; 1985, 972; Musielak/Voit/Stadler § 225 Rn. 1 m. w. N.), im Falle eines Hinweisbeschlusses die Kammer oder der Senat (vgl. ganz allgemein BGH NJW 1983, 2030 [2031]; Musielak/Voit/Stadler a. a. O.).

An dieser klaren und einfach zu handhabenden, aus dem Gesetz fol­gen­den Zu­stän­dig­keits­ver­tei­lung ist entgegen OLG Rostock, Beschl. v. 30.4.2008 – 1 U 136/07 (juris Rn. 14), das, „um verfassungsrechtlichen Bedenken zu begegnen“, für eine grundsätzliche Zuständigkeit des Spruch­kör­pers eintritt, festzuhalten, weil eine Stel­lung­nah­me ohne­hin auch nach Fristablauf bis zum Erlass des Zu­rück­wei­sungs­be­schlus­ses zu be­rück­sich­tigen ist (siehe Buch Rn. 1290a).

Zu Rn. 1290a:
Das Bundesverfassungsgericht hat in MDR 2018, 614 seine Rechtsprechung bekräftigt, dass der Ablauf einer gesetzten Frist zur Hinweisreplik (wie auch jeder anderen Frist) stets abzuwarten ist.

Zu Rn. 1292 Fn. 3897:
Die Pflicht zur Zustellung von Hinweisbeschlüssen wird jetzt von BVerfG, Beschl. v. 26.2.2019 - 1 BvR 1264/17 (juris) betont.

Zu Rn. 1295:
Die Hinweisreplik muss konkret und detailliert sein. Aus BGH NJW-RR 2018, 404 (Rn. 14), wonach die Beantragung einer mündlichen Verhandlung genüge, wenn eine be­stimm­te Pas­sa­ge eines Hin­weis­be­schlusses nicht näher begründet ist, sollte nicht das Gegenteil hergeleitet werden (so i. Erg. auch Schwen­ker, jurisPR-PrivBauR 2/2018 Anm. 5 unter D). Es handelt sich ersichtlich um eine Ein­zel­fall­entscheidung mit dem Ziel, dem Be­ru­fungs­klä­ger zu helfen, die i. Ü. nur schwach begründet ist, wenn es dort heißt, „der Kl. [hätte dem Hinweisbeschluss] nur dadurch entgegentreten können, dass er seine bereits in der Be­ru­fungs­begründung erhobenen Rügen wiederholt“, wozu er nicht ge­hal­ten ge­we­sen sei – der klägerische Anwalt wäre entsprechend der vom Bun­des­ge­richts­hof immer wieder beschworenen Pflicht, Fehler des Ge­richts zu ver­hin­dern (siehe näher Buch Rn. 89) verpflichtet gewesen, die fehlende Begründung sub­stan­tiiert zu monieren.

Zu Rn. 1299 :
Fn. 3889:
Ebenso OLG München, Beschl. v. 1.10.2015 – 18 U 1434/15 (juris Rn. 8).
Fn. 3890: Ebenso für Hinweise nach § 139 ZPO jetzt OLG Hamm, Beschl. v. 29.3.2018 – 1 W 12/18 (BeckRS 2018, 7849 Rn. 14).

Zu Rn. 1302 (künftig Rn. 1302a):
Etwaige Unrichtigkeiten in den tatsächlichen Feststellungen des Zu­rück­wei­sungs­be­schlus­ses können analog § 320 ZPO auf fristgerechten Antrag berichtigt werden, wobei es in dem rein schriftlichen Verfahren nach § 522 Abs. 2 ZPO abweichend von § 320 Abs. 2 ZPO keiner mündlichen Verhandlung bedarf (OLG Frankfurt a. M., Beschl. v. 21.6.2018 – 10 U 157/17 [juris Rn. 4], Nicht­zu­las­sungs­be­schwerde von BGH, Beschl. v. 8.1.2019 – XI ZR 275/18 zurückgewiesen).

Zu Rn. 1304 Fn. 3903:
Wie die herrschende Rspr. OLG München, Beschl. v. 29.10.2014 – 23 U 5018/13 (juris Rn. 103); v. 19.11.2015 – 15 U 2273/15 (juris Rn. 19); wie die Minderheitsmeinung OLG Hamm, Beschl. v. 27.7.2017 – 28 U 31/17 (juris Rn. 52); OLG München, Beschl. v. 13.10.2015 – 8 U 1775/15 (juris).

Zu Rn. 1306:
Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD hatten am 17.4.2018 den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des § 26 Nr. 8 Satz 1 EGZPO dahin, dass die Wertgrenze von 20.000 € bis 31. Dezember 2019 weitergelten soll, vorgelegt (BT-Drs. 19/1686), über den der Bun­destag in seiner Sitzung vom 19. April 2018 erstmals debattierte (BT-Prot. 19/26, 2404 ff.). Am 7.6.2018 verabschiedete der Bundestag das Gesetz (BR-Drs. 254/18 v. 8.6.2018), der Bundesrat stimm­te am 8.6.2018 der Gesetzesänderung zu (BR-Drs. 254/18 [Be­schluss]), so dass das Gesetz am 1.7.2018 in Kraft treten konnte.

Die 89. Konferenz der Justizminister hat sich am 15.11.2018 einstimmig dafür aus­ge­spro­chen, die Regelung der Berufungszurückweisung nach § 522 Abs. 2 ZPO bei­zu­be­hal­ten und die Streitwertbeschränkung zu entfristen. Brückner/Guhling/Menges (siehe oben LV) begründeten darüber hinaus ein­ge­hend und überzeugend die Notwendigkeit einer maßvoll erhöhten Wertgrenze für die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de.

Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Regelung der Wertgrenze für die Nicht­zu­lassungs­be­schwer­de in Zivilsachen, zum Ausbau der Spezialisierung bei den Ge­rich­ten sowie zur Än­de­rung weiterer zivil­pro­zess­recht­li­cher Vor­schriften vom 6.6.2019 (ab­ruf­bar un­ter https://tinyurl.com/y3463bnn) hat die Forderung nach Entfristung in § 544 Abs. 2 Nr. 2 ZPO-E  übernommen, die nach Erhöhung der Wertgrenze wurde da­ge­gen oh­ne Begründung nicht übernommen. Die Neuregelung soll nach Art. 8 des Ent­wurfs am 1.1.2020 in Kraft treten.

Das Bundeskabinett hat am 31.07.2019 den Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Re­ge­lung der Wertgrenze für die Nichtzulassungsbeschwerde in Zivilsachen, zum Aus­bau der Spe­zia­li­sie­rung bei den Gerichten sowie zur Änderung weiterer zi­vil­pro­zess­recht­licher Vorschriften beschlossen (abrufbar unter https://tinyurl.com/y4xzbnxy).

Zu Rn. 1307:
Der Bundesgerichtshof sah sich in seinem Beschl. v. 19.3.2019 – XI ZR 50/18 (juris), ge­zwun­gen, die im Buch dargestellte und bislang von niemandem bezweifelte Rechts­la­ge – allein statthaftes Rechtsmittel ist die Nichtzulassungsbeschwerde – aus­führ­lich zu erörtern, weil das LG Köln auf den Gedanken verfallen war, die Be­ru­fung wegen of­fen­sicht­li­cher Aussichtslosigkeit zurückzuweisen, gleichzeitig aber wegen einer an­geb­lich ungeklärten Rechtsfrage die Revision zuzulassen.

Eine zustimmende Besprechung mit weiterführenden Hinweisen bietet Reinelt, jurisPR-BGHZivilR 10/2019 Anm. 4.

Zu Rn. 1308:
Der Bundesgerichtshof hat seine Rechtsprechung im Beschl. v. 9.5.2018 – I ZR 125/17 (juris) bestätigt.

Die Erfolgsquote der Nichtzulassungsbeschwerde betrug 2016 ganze 3% (Brück­ner/Guh­ling/Men­ges (siehe oben LV), S. 202).

Zu Rn. 1314:
Die gleiche Rechtslage besteht im Arbeitsgerichtsprozess. Nach § 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Var. 2 ArbGG kann die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de gegen ein Urteil eines Lan­des­ar­beits­ge­richts u. a. auf die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör gestützt wer­den. Damit liegt ein „anderes Rechtsmittel“ i. S. d. § 78a Abs. 1 Nr. 1 vor (LAG München LAGE § 78a ArbGG 1979 Nr. 1; LAG Bremen LAGE § 78a ArbGG 1979 Nr. 3). Zu den Anforderungen an eine solche Nichtzulassungsbeschwerde siehe BAGE 113, 195 ff.

Zu Rn. 1318:
Einen aktuellen Überblick über die verfassungsprozessualen Probleme im Zu­sam­men­hang mit einer Ge­hörs­rü­ge sowie praktische Hinweise bringt Sturm, Die An­hö­rungs­rüge in der neuesten Recht­spre­chung des BVerfG AnwBl. 2018, 132 ff.

Die in Fn. 3930 aufgeführte Entscheidung BayVerfGH NStZ-RR 2013, 380 findet sich in der amt­li­chen Samm­lung unter BayVerfGHE 66, 144 (149). Der BayVerfGH setzt sei­ne Rechtsprechung in den Ent­schei­dungen v. 12.3.2018 – Vf. 40-VI-17 (juris Rn. 20) und v. 4.2.2019 – Vf. 39-VI-18 (juris) fort.

Zu Rn. 1319:
Der Bundesgerichtshof hat im Beschl. v. 27.7.2018 – I ZB 101/17 (juris Rn. 1) und in WM 2018, 1900 bekräftigt, dass eine Durchbrechung der materiellen Rechtskraft im Wege einer in der ZPO nicht vorgesehenen Gegenvorstellung unzulässig ist.

Zu Rn. 1321:
Per 31.12.2011 betrug die Erfolgsquote 2,34% (vgl. die Zahlen bei
Stüer, 60 Jahre BVerfG: Die Ver­fas­sungs­beschwerde, DVBl. 2012, 751 [756]). Bei den Verf­as­sungs­be­schwer­den wegen Ver­letzung des An­spruchs auf rechtliches Gehör liegt sie höher (vgl. Graßhof, Rechtliches Gehör, in: Merten/Papier [Hrsg.], Handbuch der Grund­rech­te, Bd. V, Hei­del­berg 2013, § 133 Rn. 9).

Zu Rn. 1324:
Die volle Gebühr fällt auch dann an, wenn der Prozessbevollmächtigte des Be­ru­fungs­gegners die Be­ru­fungs­erwiderung erst zu einem Zeitpunkt gefertigt und eingereicht hat, als das Be­ru­fungs­ge­richt den Zu­rück­wei­sungs­be­schluss nach § 522 Abs. 2 ZPO be­reits gefasst hatte, dieser dem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten des Be­ru­fungs­geg­ners je­doch erst zuging, als sein Schriftsatz bereits beim Berufungsgericht ein­ge­gan­gen war (BGH NJW 2018, 557 [Rn. 8]).

Den Anfall einer Terminsgebühr verneint für den Normalfall jetzt auch AG Zeitz ErbR 2018, 564 m. im Ergebnis zust. Anm. N. Schneider ebenda.

Zu Rn. 1331:
Von der Rechtsprechung des III. ZS des Bundesgerichtshofs sind jetzt der VI. ZS in VersR 2018, 1469 und der XII. ZS in NJW 2018, 1403 jeweils im Wege einer „Ab­gren­zung“ abgewichen und haben sich der überwiegenden obergerichtlichen Recht­spre­chung und Literatur angeschlossen.

Zu Rn. 1337:
Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urt. v. 28.8.2018 – VI ZR 518/16 (juris Rn. 15) sei­ne st. Rspr. zu den herabgesetzten Anforderungen an den Vortrag des Berufungs­be­klag­ten bekräftigt.

Zu Rn. 1346:
Die Überflüssigkeit einer Anschlussberufung nur zur Abgabe einer Erledigterklärung ent­spricht der einhelligen Rechtsprechung (BGH NJW 2008, 2580 [Rn. 8 bei juris]; Hess. LAG, Urt. v. 17.8.2018 – 10 Sa 1549/17 [juris Rn. 62]).

Zu Rn. 1350:
LAG Baden-Württemberg, Urt. v. 24.5.2018 – 17 Sa 105/17 (juris Rn. 63) und LAG Düsseldorf, Urt. v. 3.7.2018 – 3 Sa 553/17 (juris Rn. 50) stellen zunächst zutreffend fest, dass ein zweitinstanzlicher Auflösungsantrag eines Betriebserwerbers nur im We­ge einer Anschlussberufung gestellt werden kann. Wenn aber das LAG Düsseldorf, obwohl der Auflösungsantrag schriftsätzlich gestellt worden war, beiläufig und unter bloßem Hinweis auf § 9 Abs. 1 Satz 3 KSchG meint, der Antrag könne auch mündlich zu Protokoll gestellt werden, zeigt dies in der Gesamtschau mit anderen vom LAG Düs­sel­dorf angenommenen „Überlagerungen“ des § 524 ZPO durch § 9 Abs. 1 Satz 3 KSchG, dass auch das LAG Düsseldorf letztlich davon ausgeht, dass ein zweit­in­stanz­li­cher Auflösungsantrag eine Prozesshandlung sui generis ist.

Zu Rn. 1359:
Der Bundesgerichtshof hat in ZIP 2018, 1684 (Rn. 19) seine Rechtsprechung bekräftigt, dass über die Folgen einer Versäumung der Frist für die Einlegung der An­schluss­be­rufung nicht belehrt werden muss (ablehnende Besprechung von Maier, VuR 2018, 462–464).

Zu Rn. 1382:
Ebenso jetzt OLG München, Beschl. v. 22.5.2018 – 13 U 3256/17 Bau (juris Rn. 9) mit allgemeinen Ge­rech­tig­keitserwägungen. und das OLG Frankfurt a. M. JurBüro 2018, 587 unter Hinweis auf das prozessuale Veranlassungsprinzip.

Beide Gerichte verkennen, dass der Berufungsbeklagte jeweils aus freien Stücken und ohne prozessuale Notwendigkeit Anschlussberufung eingelegt hat. Er hätte jeweils pro­blem­los und für ihn kostenunschädlich nach der im Buch Rn. 1384 dargelegten Wei­se vorgehen können. Der Berufungskläger hat keineswegs die Entstehung der Ko­sten veranlasst, sondern vielmehr die prozessuale Ungeschicklichkeit des jeweiligen Be­ru­fungs­be­klag­ten und seines Anwalts.

Zu Rn. 1383:
Ebenso jetzt OLG Rostock, Beschl. v. 21.12.2018 – 1 U 25/17 (juris Rn. 50–95).

Zu Rn. 1401:
Die im Buch im Zusammenhang mit der Hinweispflicht des Berufungsgerichts an­ge­spro­che­ne alternative Klagehäufung beschäftigt die Rechtsprechung schon seit län­ge­rer Zeit:

  • Der Bundesgerichtshof sieht sie seit BGHZ 189, 56 [Rn. 8]) - TÜV I als unzulässig an (siehe aus der weiteren Rechtsprechung GRUR 2011, 1043 [Rn. 30] - TÜV II; NJW-RR 2012, 1506 [Rn. 20]).
  • Das Bundesarbeitsgericht hat sich dieser Ansicht angeschlossen (BAGE 143, 321; Urt. v. 2.8.2018 – 6 AZR 437/17 (juris Rn. 18).

Zu Rn. 1402 Fn. 4160:
Ebenso jetzt BGH NJW-RR 2018, 118 und NJW 2018, 3652.

Zu Rn. 1458a (künftig Rn. 1458b):
Für die Bekanntgabe des Verlustigkeits- und Kostenbeschlusses genügt gemäß § 321 Abs. 2 Satz 1 ZPO analog die formlose Mitteilung, eine förmliche Zustellung ist nicht erforderlich (BGH, Beschl. v. 18.12.2018 – II ZB 21/16, Rn. 12 ff. [BeckRS 2018, 39576]).

Zu Rn. 1459:
Soll der Kostenbeschluss gemäß § 321 ZPO analog ergänzt werden, weil etwa die Kostenentscheidung hinsichtlich des Streithelfers fehlt, läuft die zweiwöchige An­trags­frist des § 321 Abs. 2 Satz 1 ZPO ab der formlosen Bekanntmachung des Ver­lustig­keits- und Kostenbeschlusses (BGH, Beschl. v. 18.12.2018 – II ZB 21/16, Rn. 18 ff. [BeckRS 2018, 39576]).

Zu Rn. 1474:
Der Bundesgerichtshof bestätigt in seinem Beschl. v. 20.12.2018 – I ZB 24/17 (juris Rn. 10) seine Rechtsprechung, wonach eine Erledigterklärung hinsichtlich eines Rechts­mittels grundsätzlich zulässig ist. Im Falle der einseitigen Erledigungserklärung ist es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs weiter erforderlich, dass das er­le­di­gen­de Ereignis als solches außer Streit steht (BGH a. a. O. unter Hinweis auf seine – zur Erledigung der Hauptsache in der Rechtsmittelinstanz ergangene – Recht­sprechung, et­wa NJOZ 2005, 3992 [3993]).

Zu Rn. 1507:
Der Bundesgerichtshof hat sich in WM 2018, 1103 (Rn. 17 bei juris) der h. M. an­ge­schlos­sen, das eine Wi­der­rufs­frist von den Parteien ohne Mitwirkung des Gerichts ver­län­gert werden kann. Nicht möglich ist aber die außergerichtliche Vereinbarung ei­ner Wi­der­rufsfrist (a. a. O. Rn. 18).

Zu Rn. 1538:
Wie komplex die Prüfungs- und Beratungspflicht des Anwalts im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Prozessvergleichs sein kann, zeigt sehr schön der Aufsatz von Tho­mas Rand, Grunderwerbsteuerfolgen des Prozeßvergleichs, Saarländisches An­walts­blatt 2016, 48 ff.

Zu Rn. 1543 (Literaturhinweise, künftig Rn. 1543a):
Link, Rechtliche und praktische Fragen des Revisionsverfahrens vor dem BAG, NZA 2019, 801 ff.; Link/van Dorp, Die Nichtzulassungsbeschwerde, AuA 2009, 703 ff. (auch abrufbar unter https://tinyurl.com/y29dga7w 
[14.1.2018]); Siegmann, Zivilprozess: Vorbereitung der Revision in den Tatsachen­instanzen, AnwBl. 2009, 249 ff.; ders., Die Vorbereitung der III. Instanz im Arzt­haf­tungs­prozess im Lichte neuerer Entscheidungen des Bundesgerichtshofs, https://tinyurl.com/y69smtqy (14.1.2018)

Stichwortverzeichnis:
De-Mail
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